Volkswirte schließen weitere Zinssenkung nicht aus
US-Beschäftigtenzahl überraschend stark gesunken

Die US-Unternehmen haben im März deutlich mehr Stellen abgebaut als von Analysten erwartet. Vor allem die Unsicherheit hinsichtlich der konjunkturellen Auswirkungen des Irak-Kriegs belastet nach Einschätzung von Analysten den Arbeitsmarkt der weltgrößten Volkswirtschaft. Für die US-Notenbank (Fed) dürften die Daten aber nicht alarmierend genug sei, um die Leitzinsen rasch zu senken.

Reuters WASHINGTON. Die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft sank nach Angaben des Arbeitsministeriums von Freitag im Vergleich zum Vormonat um 108 000, während Analysten nur mit einem Rückgang um 29 000 gerechnet hatten. Die Arbeitslosenquote blieb dagegen unverändert bei 5,8 Prozent. An den Finanzmärkten wurde der schwache Arbeitsmarktbericht von den Hoffnungen der Anleger auf einen raschen Kriegserfolg der USA im Irak überlagert. Der Dollar und die Futures auf die US-Aktienindizes zogen etwas an.

Für Februar revidierte das Arbeitsministerium den Stellenrückgang auf 357 000 von zuvor gemeldeten 308 000 nach oben. Das Minus im Februar und März ist nach Ministeriumsangaben zum Teil auf die Einberufung von Reservisten für den Irak-Krieg zurückzuführen. Dies habe den Rückgang auf dem Arbeitsmarkt außerhalb des Militärs verstärkt. Der Einfluss sei aber nicht genau zu beziffern.

Nach Einschätzung von Volkswirten lastet vor allem die Unsicherheit angesichts des Irak-Kriegs auf dem Arbeitsmarkt. Für die Fed seien die Daten aber nicht schwach genug, um bald möglicherweise sogar in einem außerordentlichen Treffen die Leitzinsen weiter zu senken, sagte Anthony Chan, Chefvolkswirt von Banc One Investment Advisors. "Die Chancen für einen derartigen Schritt stehen nur noch bei rund 25 Prozent." Zuvor hatten viele Marktteilnehmer spekuliert, die Währungshüter der Fed würden bei einem Einbruch der Beschäftigtenzahl und einem drastischen Anstieg der Arbeitslosenquote schnell zusammentreten, um den Leitzins von derzeit 1,25 Prozent erneut zu reduzieren.

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