Volkswirte sehen aber noch keine Trendwende
Spekulationen stützten den Euro

Der Euro hat sich zum Wochenende weiter stabil über 0,87 Dollar behauptet. Grund dafür sind Spekulationen über eine Lockerung der US-Politik gegenüber dem starken Dollar. Angesichts der Konjunkturschwäche und des festen Dollars klagen viele Unternehmen über schwierige Absatzmöglichkeiten vor allem in Europa.

som/Reuters DÜSSELDORF. Händlern zufolge erwartet zwar niemand ernsthaft eine offizielle Abkehr der US-Regierung von ihrer bisherigen Währungspolitik. Allerdings könnten auch kleinste Hinweise für Wirbel an den Devisenmärkten sorgen. Ein Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF) sagte unterdessen, der Dollar werde sich allenfalls über einen längeren Zeitraum allmählich abschwächen.

Zum Schluss des US-Handels notierte der Euro mit Kursen um die Marke von 0,8720 $. Die Europäische Zentralbank legte am Freitag den Referenzkurs des Euros mit 0,8776 $ nach 0,8723 $ am Donnerstag fest. Ein Dollar verbilligte sich damit auf 2,229 DM.

Im Freitagshandel hatte der Euro sich lange bei Kursen um 0,8750 $ behauptet. Abends gab die Gemeinschaftswährung aber etwas nach, als ein italienischer Regierungsvertreter sagte, die G-7-Staaten seien zuversichtlich, dass die US-Wirtschaft ihre Talsohle erreicht habe.

Schlechte Stimmung gegenüber US-Dollar

Händlern zufolge hält die schlechte Stimmung gegenüber dem Dollar an, seit US-Präsident George W. Bush gesagt hatte, die Stärke des Dollars schade der US-Exportwirtschaft. Auch Bushs Bemerkung, die Märkte legten die Kurse fest, hatte Spekulationen über eine mögliche Abkehr der USA von der Politik des starken Dollars angeheizt. "Es wirft die Frage auf, ob sich die USA von einer Politik des starken Dollars hin zu einer Politik des stabilen Dollars hinbewegen", sagte David Rossmiller von Bankers Trust.

Trotz der unmittelbar folgenden Bekräftigung des US-Finanzministers Paul O´Neill, die USA stünden zur Politik des starken Dollars, spüre der Markt eine veränderte Atmosphäre, sagten Händler. Die Beschwerden vieler Gewerkschaften und aus der Exportwirtschaft in den USA fänden bei Bush wohl ein offenes Ohr. "Sie haben die Katze aus dem Sack gelassen. Alles in allem glaubt der Markt, dass die US-Regierung einen schwächeren Dollar möchte", sagte Dennis Heidt, Händler bei der BNP Paribas.

Volkswirte sehen für den Euro aber noch keine Trendwende. Diese sei erst bei Kursen von über 0,96 $ zu erwarten, meint die Hypo-Vereinsbank. Allerdings rechnet die Bank nicht mit neuen Tiefstkursen.

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