Volkswirte sind skeptisch
Japans Regierung zuversichtlich

In Japan ist die Industrieproduktion im Juni überraschend deutlich gefallen.

Reuters TOKIO. Wie das zuständige Ministerium mitteilte, fiel die Produktion gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent und damit stärker als von Analysten mit 0,5 Prozent erwartet. Die Regierung äußerte sich dennoch zuversichtlich über die weitere Konjunkturentwicklung. "Den Vorhersagen zufolge können wir mit weiteren Zuwächsen rechnen. Also ist der kurzfristige Ausblick positiv", sagte Katsusada Hirose, stellvertretender Minister des Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI). Volkswirte befürchteten aber, die wichtigste Stütze der konjunkturellen Erholung könnte ins Schwanken geraten.

Die Produktionsleistung des zweiten Quartals 2002 verzeichnete laut METI den höchsten Anstieg der vergangenen 15 Jahre. Im Vergleich zum Vorquartal sprang das Ergebnis um 3,6 Prozent. Hirose erklärte, die Daten zeigten, dass die Binnennachfrage weiter gering sei. Inländische Faktoren wie der private Verbrauch und Unternehmensinvestitionen hätten noch nicht richtig angezogen und hielten das allgemeine Wachstum auf unverändertem Niveau. Für die Zukunft sehe er aber einige Unsicherheit.

Volkswirte warnten vor einer zu optimistischen Einschätzung der kommenden Monate. In den vergangenen Monaten hätten die METI-Prognosen das tatsächliche Ergebnis immer überschätzt, hieß es. Für Juni hatte das Ministerium mit einem unveränderten Produktionswachstum zum Vormonat gerechnet. Darüber hinaus könne der derzeit starke Yen zu Absatzrückgängen in den USA führen. Seit April hat sich der Yen zum Dollar um zwölf Prozent verteuert. Am Montag kostete ein Dollar in der Spitze 119,72 Yen, nachdem er Ende April noch bei knapp 130 Yen notiert hatte.

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