Volkswirte sind skeptisch zur DIHK-Umfrage

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Volkswirte sind skeptisch zur DIHK-Umfrage

Nicht alle Volkswirte teilen die pessimistische Einschätzung, die der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, aus der DIHK-Frühjahrsumfrage zieht.

pbs/ost DÜSSELDORF. Wandsleben rechnet für das laufende Jahr nur mit 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum, die Bundesregierung dagegen mit rund 0,75 Prozent. Deutlich optimistischer ist Joachim Scheide, Leiter der Konjunkturabteilung beim Institut für Weltwirtschaft in Kiel: Er hält auch nach der DIHK-Umfragte an seiner Prognose von 1,2 % Wachstum für 2002 fest. Umfragen wie die des DIHK neigten dazu, Konjunkturwendepunkten hinterher zu hinken, sagte Scheide zum Handelsblatt.

Auch Martin Hüfner, Chef-Volkswirt der Hypo-Vereinsbank, sieht die Konjunktur nicht so düster wie der DIHK-Hauptgeschäftsführer. "2002 wird als das Jahr, in dem die Rezession überwunden wurde, in die Geschichte eingehen", sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die jüngst veröffentlichten positiven Konjunkturdaten - die Industrieproduktion ist angesprungen und die Auftragseingänge sind gestiegen - sind für ihn aber kein Beleg für Investitionspläne, sondern beruhten auf Sondereffekten. "Die Investitionen werden dieses Jahr nicht anspringen. Wir werden dieses Jahr nur einen Lagerzyklus sehen", meint Hüfner, der ein Verfechter der These des zweifachen Konjunktureinbruchs ist ("Double Dip"). Immerhin werden die Bauinvestitionen, der quantitativ bedeutsamste Teil der Investitionen, dieses Jahr nicht weiter schrumpfen, schätzt Hüfner.

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