Volkswirte überrascht
Einzelhandelsumsatz in den USA hält sich

Der Umsatz im US-Einzelhandel ist im Oktober angesichts der nachlassenden Auto-Nachfrage im Vergleich zum Vormonat unverändert geblieben und damit besser als von Analysten erwartet ausgefallen.

Reuters WASHINGTON. Die Umsatzentwicklung unterstreicht die weiterhin vorsichtige Haltung der US-Verbraucher angesichts der nur schleppend verlaufenden Konjunkturerholung.

Die günstigen Finanzierungskosten für Autos haben offenbar ihre Attraktivität für die Verbraucher verloren, teilte das US-Handelsministerium am Donnerstag in Washington mit. Dennoch übertraf das Ergebnis die Markterwartungen. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang der Einzelhandelsumsätze um 0,2 % vorausgesagt. Ohne Autos setzte der Einzelhandel im Oktober dagegen 0,7 % mehr um. Volkswirte hatten hier ein Plus von 0,3 % erwartet.

Der Auto-Absatz ging nach den Zahlen des Ministeriums im Oktober noch um 1,9 % zurück nach einem kräftigen Minus von fünf Prozent im September. Im Vergleich zum Vorjahr, dem Start der Null-Zins-Finanzierungen durch die Auto-Konzerne, wurden im Oktober 14,3 % weniger neue Autos verkauft.

"Die Zahlen zeigen, dass die Verbraucher die Wirtschaft weiterhin stützen. Man sieht etwas Schwäche im Auto-Sektor, aber ohne Autos kann man die Einzelhandelsumsätze im Oktober durchaus als gesund bezeichnen - gesünder als erwartet", sagte Gary Thayer, Chefvolkswirt bei A.G. Edwards & Sons.

US-Notenbank-Chef Alan Greenspan hatte am Vortag vor dem Gemeinsamen Wirtschaftsausschuss beider Häuser des Kongresses darauf hingewiesen, dass es wichtig sei, die Entwicklung des Autoabsatzes in den USA genau zu beobachten. Dabei gehe es darum festzustellen, ob die rückläufigen Verkaufszahlen lediglich eine Abschwächung gegenüber den zuvor gesehenen kräftigen Absätzen darstellten oder einen wirklichen Nachfragerückgang.

Der Umsatz der US-Einzelhandelsunternehmen macht rund 40 % der gesamten Ausgaben der Verbraucher aus und gilt als verlässlicher Indikator für den privaten Konsum in den USA. Der private Verbrauch repräsentiert etwa zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung in den USA.

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