Volkswirtschaften wachsen kräftig
Bulgarien und Rumänien drängen in die EU

Mit der bevorstehenden EU-Erweiterung ist die erste Phase des Erweiterungsprozesses abgeschlossen. In der zweiten Phase sollen auch Bulgarien und Rumänien der EU beitreten, die bereits 1995 ihre Aufnahmeanträge gestellt hatten. Ziel ist es, sie 2007 als EU-Mitglieder aufzunehmen. Beide Länder haben bereits erhebliche Anstrengungen unternommen, um sich für den Beitritt fit zu machen.

HAMBURG. Nach jahrelanger wirtschaftlicher Talfahrt konnten beide Volkswirtschaften in den vergangenen Jahren kräftig wachsen. Allein seit dem Jahr 2000 steigerte sich das BIP in beiden Ländern immer zwischen 4 und 5 % p.a. Dennoch haben Bulgarien und Rumänien immer noch einen immensen Nachholbedarf.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erreichte im vergangenen Jahr einen Indexwert von 80 in Bulgarien bzw. 87 in Rumänien (1989=100). Im Vergleich dazu können die Beitrittsländer der ersten Runde jedoch einen durchschnittlichen BIP-Wert von 117 aufweisen.

Besonders im Bereich der Einkommensentwicklung haben Bulgarien und Rumänien noch viel gegenüber den EU-15 bzw. der kommenden EU-25 aufzuholen. Die beiden Länder erreichten mit Werten von 175 bzw. 135 Euro pro Monat noch nicht einmal 10 % des EU-Durchschnitts.

In beiden Staaten konnte die Inflation stark eingeschränkt werden. In Bulgarien ist die Zeit der Hyperinflation von 1997 endgültig überwunden. Zwar wird in Rumänien im laufenden Jahr mit rund 14 % der niedrigste Wert seit 1989 erreicht, dennoch hat das Land hier noch weiteren Nachholbedarf. Ebenfalls recht unterschiedlich sieht es bei den Haushaltsdefiziten aus. Während Bulgarien seit Jahren nur ein Haushaltsdefizit von unter 1 % des BIP aufweist, bewegt sich das rumänische Defizit in den vergangenen Jahren stets zwischen 2,6 und 3,6 % des BIP.

Nach Ansicht der Europäischen Kommission soll die finanzielle Unterstützung für Bulgarien und Rumänien ab dem Zeitpunkt der ersten Beitrittsrunde deutlich aufgestockt werden. Dadurch sollen beide Länder bei den noch notwendigen Schritten zur Erfüllung der Beitrittskriterien unterstützt werden. Vor allem in den Bereichen landwirtschaftliche und ländliche Entwicklung, Verkehrs- und Umweltinfrastruktur, wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt, Investitionsbedingungen und Aufbau der Institutionen im Zusammenhang mit der Umsetzung des Besitzstandes wird noch eine umfangreiche Hilfe von Nöten sein.

In den vergangenen Jahren hat der Handel mit der EU in beiden Ländern eine dominierende Stellung eingenommen, und ein Ende dieser Handelsausrichtung ist nicht abzusehen. Dabei erreichten im vergangenen Jahr die Exporte in Richtung EU rund 3,45 Mrd. Euro bzw. 56 % der gesamten Exporte. Im Bereich der Importe betrug der EU-Anteil 50,5 % bzw. 4,2 Mrd. Euro.

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