Volleyball Olympia
Deutsche Volleyballer auf Viertelfinalkurs

Dank des ersten olympischen Sieges seit 36 Jahren haben die deutschen Volleyballer den Viertelfinaleinzug weiter selbst in der Hand. Gegen Ägypten siegte die DVV-Auswahl mit 3:0.

Die deutschen Volleyballer haben ihren ersten olympischen Sieg seit 36 Jahren gefeiert und damit den anvisierten Einzug ins Viertelfinale weiter selbst in der Hand. "Das ist ein historisches Ereignis", sagte Verbandschef Werner von Moltke nach dem 3:0 (29:27, 25:21 25:21) gegen Außenseiter Ägypten. Damit kommt es am Samstag in Peking zum "Endspiel" gegen den EM-Zweiten Serbien; bei einem weiteren Sieg winkt die Runde der letzten Acht.

Der scheidende Bundestrainer Stelian Moculescu wollte während der Partie "über die Geschichte nicht nachgedacht" haben. Doch auch er fand die historische Note "umso schöner, jetzt, da wir das Spiel tatsächlich gewonnen haben". Den letzten Erfolg bei Olympia hatte eine deutsche Mannschaft bei den Sommerspielen 1972 in München gefeiert, damals bezwang die DDR im Halbfinale die Sowjetunion.

Nach den beiden Auftaktpleiten gegen Polen (0:3) und Russland (2:3) stand die Mannschaft um Kapitän Björn Andrae sehr stark unter Druck. Nach anfänglichen Schwierigkeiten - Ägypten hatte im ersten Durchgang drei Satzbälle - fand das Team aber zu seinem Spiel und gewann letztlich souverän. "Die Mannschaft bleibt sich treu, sie gönnt mir keinen ruhigen Tag", sagte Moculescu.

Nun soll sieg gegen Serbien her

Moltke meinte, der EM-Fünfte habe "nicht überragend gespielt, sich aber zusammengerauft und gewonnen. Jetzt hoffe ich, dass die Mannschaft gegen Serbien den zweiten Sieg einfährt." Die Begegnung werde sicher kein Spaziergang, meinte Moculescu. Der Erfolg gegen die Serben bei der EM vor einem Jahr sei "schon Geschichte und bringt uns am Samstag nichts mehr".

Das gilt offenbar auch für den Disput in der Quartierfrage. "Ich bin deshalb nicht mehr verärgert", sagte Moltke. Zuvor hatte Moculescu kritisiert, dass er nicht mit dem Team im Olympischen Dorf wohnen dürfe und er deshalb zahlreiche logistische Probleme zu meistern habe.

Moltke fühlt sich für die Probleme nicht verantwortlich: "Das hat mit dem Verband überhaupt nichts zu tun. Der Dosb hatte einfach keine Betten mehr, und irgendein Verband musste in den sauren Apfel beißen. Die Entscheidung, dass der Trainer auszieht, war allein seine."

Mit den Spielern wohnen Physiotherapeut, Mentalcoach und Teamarzt im Dorf. "Ich habe gehört, dass Stelian ein Einzelzimmer wollte ...", sagte Moltke über den Trainer - dicke Freunde werden beide wohl nicht mehr.

Serbien "mit uns auf Augenhöhe"

Die Mannschaft will sich nicht mit Fragen nach Mitbewohnern aufhalten. "Bei anderen Teams hat das geklappt, aber was soll"s", sagte Ralph Bergmann. Stattdessen steht bereits das Spiel gegen den Sydney-Olympiasieger Serbien im Blickpunkt. "Die sind mit uns auf Augenhöhe. Wenn wir die Leistung des Russland-Spiels abrufen, ist ein Sieg durchaus realistisch", sagte er.

Anders als gegen Ägypten dürfe man sich dann aber "nicht so viele Fehler erlauben - die werden gegen Serbien bestraft". Aber Bergmann glaubt nicht, dass das passieren wird: "Jeder weiß, dass das ein Endspiel ist. Und in der Olympia-Qualifikation haben wir gezeigt, dass wir Endspiele gewinnen können."

© SID

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