Vollkommen neu Erkenntnisse
Krebserregender Stoff in Grundnahrungsmitteln

Nach Erkenntnissen schwedischer Wissenschaftler können Grundnahrungsmittel durch den Effekt der Erhitzung hohe Konzentrationen einer wahrscheinlich krebserzeugenden Substanz enthalten.

Reuters STOCKHOLM. Die schwedische Nahrungsmittelbehörde teilte am Mittwoch mit, bei der Untersuchung des Effekts der Erhitzung auf Nahrungsmittel wie Getreide, Reis und Kartoffeln hätten Wissenschaftler der Universität Stockholm die Substanz Acrylamid entdeckt, die im Verdacht stehe, Krebs zu erzeugen. Die Entdeckung sei so wichtig, dass man sich entschlossen habe, die Öffentlichkeit zu informieren, bevor die Ergebnisse der Studie in einer wissenschaftlichen Publikation vorgelegt worden seien.

Der Studie zufolge können Kartoffelchips bis zum 500fachen jener Menge Acrylamid enthalten, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Maximum im Trinkwasser erlaubt. Pommes frites in den schwedischen Restaurants der Fastfood-Ketten Burger King und McDonalds hätten rund das Hundertfache des Maximalwerts der WHO für Trinkwasser enthalten.

Für die Studie seien mehr als 100 zufällig zusammengestellte Lebensmittelproben untersucht worden, teilte der Chef der Forschungsabteilung der Lebensmittelbehörde, Leif Busk, mit. Die Untersuchung sei aber nicht umfangreich genug, um eine Einstellung des Verkaufs der Produkte zu empfehlen.

Zu den untersuchten Produkten gehörten Kartoffelchips des finnischen Snackherstellers Chips ABP, dessen Aktienskurs umgehend um mehr als 17 Prozent fiel, sowie Erzeugnisse von Kellogg, der zur Pepsi Co. gehörenden Quaker Oats Co., Nestle, und Old El Paso.

Das finnische Unternehmen Chips ABP teilte in einer ersten Reaktion mit, dies seien völlig neue Informationen, die zuvor in der Nahrungsmittelindustrie der ganzen Welt nicht bekannt gewesen seien. Bei Burger King in Schweden hieß es, die Angaben würden auf ihre Bedeutung geprüft. Stellungnahmen der anderen Unternehmen waren zunächst nicht zu erhalten.

Pommes frites, Ofenbackkartoffeln und Getreideprodukte wiesen bei hohen Temperaturen starke Konzentrationen an Acrylamid auf, teilte die Behörde weiter mit. Acrylamid entstehe den neuesten Forschungen zufolge bei der Zubereitung und Erhitzung der Nahrungsmittel.

Die US-Umweltschutzbehörde klassifiziert Acrylamid, eine farblose, kristalline Masse, als einen mittelschwer Krebs erregenden Stoff. Nach Informationen der internationalen Krebsforschungsgesellschaft führt Acrylamid zu genetischen Veränderungen und hat in Tierversuchen gut- und bösartige Tumore im Magen hervorgerufen. Außerdem sei bekannt, dass die Substanz das Nervensystem schädigen könne.

Die Entdeckung, dass Acrylamid in hoher Konzentration bei der Zubereitung der Nahrungsmittel entsteht, sei eine neue Erkenntnis. Damit könne möglicherweise erklärt werden, dass Nahrungsmittel die Ursache für Krebserkrankungen seien könnten, sagte der Leiter der schwedischen Nahrungsmittelbehörde, Leif Busk.

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