Vollversamlung in New York
Schweiz ist neues UN-Mitglied

Die Möglichkeit eines Krieges gegen Irak sowie zahlreiche bewaffnete Konflikte und der Kampf gegen den Terrorismus gehören zu den überragenden Themen der 57. Vollversammlung der Vereinten Nationen, die am Dienstag eröffnet wurde.

dpa/HB NEW YORK. Auch mit der Armut in weiten Teilen der Welt sowie der immer größer werden Kluft zwischen den Industriestaaten und zahlreichen Lädern der Dritten Welt will sich das Gremium in den nächsten zwölf Monaten befassen.

Der Präsident der Vollversammlung, der frühere tschechische Außenminister Jan Kavan, rief alle Staaten auf, im Kampf gegen den Terrorismus nicht nachzulassen. Der erste Jahrestag der Anschläge vom 11. September erinnere die gesamte Welt an die bislang nicht ausreichend gebändigten Gefahren, die von extremistischen Gewalttätern ausgingen. Zu den großen Aufgaben der UN gehöre auch die weitere Suche nach Lösungen für den Nahostkonflikt. Auch dem Kampf gegen die Armut müsse weit mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Zu den ersten Amtshandlungen der neuen Vollversammlung gehörte im UN-Hauptquartier die feierliche Aufnahme der Schweiz als jüngstes Mitglied. Die Weltorganisation hat damit 190 Staaten an. Mit der geplanten Aufnahme Osttimors Ende September werden es 191 sein. Der Schweizer Außenminister Joseph Deiss erklärte, sein Land habe sich der Weltorganisation wegen ihrer "wichtigen Rolle in globalen Fragen" angeschlossen, obwohl die UN durchaus "nicht perfekt" seien. Anschließend wurde die weltbekannte Schweizer Flagge mit dem weißen Kreuz auf rotem Grund vor dem UN-Hauptquartier am East River gehisst.

UN-Generalsekretär Kofi Annan würdigte das neue Mitgliedsland als "anschauliches Beispiel für das, was die Vereinten Nationen verkörpern: eine friedliche, multikulturelle Gesellschaft, die auf einem festen demokratischen Sockel steht". Die Schweiz habe bereits zuvor eine wichtige Rolle in der Weltgemeinschaft gespielt. Sie beheimate viele humanitäre Organisationen und sei nach New York der zweitgrößte UN-Sitz. Der Beitritt war durch eine 55-Prozent-Mehrheit beim Volksentscheid der Schweizer vor einem halben Jahr möglich geworden.

Zum Beginn der Sitzung gab Kavan bekannt, dass insgesamt 16 UN - Mitglieder wegen Nichtbezahlung der Jahresbeiträge bis auf weiteres nicht an Abstimmungen teilnehmen dürfen. Dazu gehören neben neun afrikanischen Ländern auch der Irak, Georgien, Tadschikistan und weitere Länder.

Die Generaldebatte der Regierungs- und Staatsoberhäupter sowie Minister aller Mitgliedsländer wurde in diesem Jahr vorverlegt, um den hohen Besuchern aus aller Welt am Mittwoch Gelegenheit zur Teilnahme an den Gedenkfeiern am ersten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September zu geben. Am Donnerstag will US-Präsident George W. Bush bei der Generaldebatte den Staats- und Regierungschefs aus aller Welt seine Irak-Pläne erläutern.

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