Volumen des IPO soll bei bis zu fünf Milliarden Euro liegen
Credit Suisse und Mediobanca begleiten Börsengang von Wind

Der Startschuss für den vermutlich größten europäischen Börsengang in diesem Jahr steht unmittelbar bevor. Nach Informationen des Handelsblattes hat der italienische Telekommunikationskonzern Wind gestern die Konsortialführer für seinen IPO benannt. Dabei handelt es sich um Credit Suisse First Boston (CSFB) und die Mediobanca. Anders als ursprünglich vorgesehen haben sich somit nicht drei sondern nur zwei Investmentbanken den Auftrag gesichert. Wind wollte die Vorgänge nicht kommentieren.

MAILAND. Angesichts der Flaute an der IPO-Front und des großen Volumens der Emission, das nach Schätzungen bei bis zu 5 Mrd. Euro liegen wird, haben sich praktisch alle internationalen Investmenthäuser um den Zuschlag bemüht. In diesem Jahr sind bislang nur wenige große Börsengänge in Sicht. In die engere Auswahl als Konsortialführer sollen unter anderem die Deutsche Bank, Dresdner Kleinwort Wasserstein, JP Morgan Chase sowie Merrill Lynch gekommen sein. Bereits im Dezember war Morgan Stanley als Financial Advisor, also als Berater für den Börsengang, benannt worden.

Laut Angaben von Wind-Chef Tommaso Pompei wird die Gesellschaft ab Ende März/Anfang April technisch gesehen bereit sein für den Gang an die Börse. Marktteilnehmer halten die Erstnotiz angesichts des schwachen Kapitalmarktumfeldes aber eher im frühen Herbst für wahrscheinlich. Ursprünglich war der Börsengang von Wind bereits für den letzten Herbst geplant gewesen, musste aber wegen der katastrophalen Marktbedingungen verschoben werden. Damals war die Rede von einer Unternehmensbewertung von ca. 25 Mrd. Euro; heute gelten 15-20 Mrd Euro als realistischer. Wind hat diese Zahlen bislang nicht dementiert. Ungewiss ist bislang, ob die Aktien nur an der Mailänder Börse gehandelt werden, oder ob Wind auch auf ausländische Kurszettel - beispielsweise in Paris oder New York - drängt.

Wind ist ein Gemeinschaftsunternehmen des mehrheitlich italienischen staatlichen Stromversorgers Enel (73,4 %) und der France Télécom (über Orange: 23,6%). Geplant ist, rund 25 % des Kapitals zu platzieren. Ein Teil der Aktien wird aus dem Portefeuille von Enel, der Rest aus einer Kapitalerhöhung stammen. France Télécom will offensichtlich keine Papiere verkaufen. Sollte der Börsengang erfolgreich verlaufen, würde der Verkauf einer zweiten Enel-Tranche durch das Schatzamt beschleunigt werden. Im Finanzministerium in Rom heißt es, der Staat könnte seine Beteiligung am Stromriesen von 68 % auf unter 50 % reduzieren. Dadurch würden bei derzeitigen Bewertungsmaßstäben weitere 7,5 Mrd. Euro aus dem italienischen Kapitalmarkt gezogen.

Wind will mit Hilfe des Börsenganges einen Teil seines ehrgeizigen Investitionsplans von 8 Mrd. Euro (bis 2005) aus Eigenmitteln finanzieren. Wind gilt als großer Herausforderer des Ex-Monopolisten Telecom Italia. Das Unternehmen hat sich als integrierter Anbieter positioniert, der alle Arten der Telekommunikation anbietet. Zum Jahresende hatte Wind 7 Mill. Kunden im Festnetz, 7,9 Mill. im Mobilfunk (16% Marktanteil) und 8,9 Mill. Internet-Nutzer (35% Marktanteil). Das Portal Italia Online ist die meist besuchte Internetseite des Landes. Nur drei Jahre nach seiner Gründung hat Wind 2001 erstmals schwarze Zahlen auf Basis des Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) geschrieben.

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