Volumen von 88 Mrd. DM
Bank of Scotland und Halifax beschließen Fusion

Durch das Zusammengehen würden Synergien von 620 Mill. Pfund, davon 305 Mill. durch Kosteneinsparungen erzielt, teilten die Banken am Freitag in London mit.

rtr LONDON. Die größte britische Hypothekenbank Halifax und die Bank of Scotland schließen sich wie erwartet unter Führung der Halifax zur fünftgrößten britischen Bank zusammen. Der Fusion mit einem Volumen von 28 Mrd. Pfund (88,2 Mrd. DM) soll über einen Aktientausch im Verhältnis eins zu eins erfolgen, teilten die Banken am Freitag in London mit. An der neuen Bank mit dem Namen HBOS wird die Halifax rund 63 % der Anteile halten. Durch das Zusammengehen sollen nach drei Jahren Synergien von 620 Mill. Pfund, davon 305 Mill. durch Kosteneinsparungen erzielt werden, hieß es. Rund 2000 Jobs würden innerhalb dieses Zeitraumes wegfallen.

Entlassungen geplant

Vorstandschef Peter Burt von der Bank of Scotland schloss jedoch aus, dass es eine "bedeutende" Anzahl betriebsbedingter Entlassungen geben werde. Umstrukturierungskosten bezifferten die beiden Geldinstitute auf 350 Mill. Pfund. "Halifax ist der führende Name im Finanzdienstleistungsmarkt", sagte Burt dem britischen BBC Radio. "Aber gemeinsam mit der Bank of Scotland werden sie ihren Kunden einen wesentlich umfangreicheren Service bieten können."

Analysten: Zusammenschluss kommt Halifax zugute

Analysten sagten, der Zusammenschluss käme vor allem der Halifax zugute, die auch die Mehrheit an der neuen Bank halte. "Ich bin nicht davon überzeugt, dass es ein geniales Geschäft für die Bank of Scotland ist", sagte ein Analyst. Chairman der neuen HBOS soll den Angaben zufolge der bisherige Halifax Chairman Lord Stevenson werden. Der bisherige Vorstandschef der Bank of Scotland, Peter Burt, werde sein Stellvertreter. Als Vorstandschef sei der bisherige Halifax-Vorstandschef James Crosby nominiert. Hauptsitz der fusionierten Bank solle Edinburgh werden, der bisherige Sitz der Bank of Scotland. Das Privatkundengeschäft werde dagegen von Halifax aus geführt, dem Stammsitz der Hypothekenbank. Die Fusion soll Ende September abgeschlossen sein, hieß es.

Konsolidierung im hart umkämpften britischen Bankensektor

Mit dem Zusammenschluss der beiden Finanzhäuser setzt sich die Konsolidierung im hart umkämpften britischen Bankensektor fort. Die beiden Institute hatten Ende April mitgeteilt, über ein Zusammengehen zu verhandeln. Damals hatte es aus Bankenkreisen geheißen, dass das neue Geldinstitut mächtig genug werden könne, die größeren britischen Banken herauszufordern. Die Bank of Scotland sei vor allem im Bankgeschäft mit kleineren Unternehmen sehr kompetent, wobei deren Marktdurchdringung in England noch sehr lückenreich sei.

Die Bank of Scotland gab am Freitag noch die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr bekannt. Demzufolge sei der Vorsteuergewinn um 12 % auf 1,077 Mrd. Pfund gestiegen. Die Gesamtdividende für das Geschäftsjahr werde 15,3 Pence je Aktie betragen, 13 % mehr als im Vorjahr. Halifax hatte seine Geschäfte zuletzt auf Lebensversicherungen, Rentenversicherungen und Fondsmanagement ausgeweitet.

Halifax-Titel gewannen an der Londoner Börse in einem festeren Marktumfeld 3,4 % auf 820 Pence. Der Aktienkurs der Bank of Scotland stieg um 2,96 % auf 835 Pence.

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