Volvo will mit dem Geländewagen XC90 dem BMW X5 und der M-Klasse von Mercedes Konkurrenz machen
Neuer Schwede für Touren in der neuen Welt

Volvo hat den ersten Geländewagen in der Geschichte des Unternehmens auf den Markt gebracht. Er wird als der sicherste und geräumigste Offroad-Vertreter im Premiumsegment präsentiert. Das passt perfekt zum Image der schwedischen Marke und den Ansprüchen ihrer Kunden.

GENF. Bei Volvo ist man optimistisch. Vertriebsvorstand Dieter Laxy, Cheftechniker Hans Wikman und Designchef Peter Horbury sind sich einig: Die Ford-Tochter Volvo wird gestärkt aus der gegenwärtigen Konjunkturflaute hervorgehen. Die Begründung der Herrenrunde ist einfach: Fahrzeuge von Volvo sind eine solide Anschaffung. Sie gelten als langlebig, wertstabil, anspruchsvoll, unaufdringlich, mithin krisenfest. Autos für gute wie für schlechte Zeiten eben.

Die Schweden glauben fest an ein wachsendes Käuferpotenzial für ihre Marke. Heute werden 420 000 Autos jährlich verkauft, 2004 sollen es 600 000 sein. Für eine Steigerung um 50 000, wenn nicht sogar um 60 000 Fahrzeuge im Jahr soll Volvos neuer Geländewagen XC90 gut sein. Ein Automobil, das glänzend zum Image der Schwedenmarke mit den Attributen Robustheit, hohe passive Sicherheit sowie Familienfreundlichkeit passt.

Da zwei Drittel der Produktion für die USA vorgesehen sind, legten die Ingenieure ihr Hauptaugenmerk auf ein amerikataugliches Konzept. Das heißt, lange Strecken sollen im XC90 möglichst komfortabel zurückgelegt werden können, das "Cruisen", das gelassene Dahingleiten bei mittleren Geschwindigkeiten, hatte als Entwicklungsziel hohe Priorität.

Man sieht es ihm kaum an. Aber der XC90 überragt seine Konkurrenten BMW X5 und Mercedes M-Klasse um rund 13 Zentimeter in Länge und Radstand. Größter Vorteil: Der 4,80 Meter lange XC90 verfügt über mehr Platz und einen hohen Abrollkomfort. Was eine Limousine der gehobenen Preisklasse an Bord hat, hat auch Volvos Edel-Offroader zu bieten: Leder und Holz, feine Materialoberflächen, eine klassisch-elegante Einrichtung und ein kultiviertes Ambiente. Dazu Raum für bis zu sieben Personen auf - wenn gewünscht und gegen Mehrpreis - drei Sitzreihen. Das Plus an Außenlänge und die quer eingebauten Motoren ermöglichen die großzügigen Platzverhältnisse.

Wer mit dem Volvo-Geländewagen unterwegs ist, fühlt sich gut aufgehoben und sicher untergebracht. Rundum-Airbags, eine Überschlag-Stabilitätskontrolle RSC (Roll Stability Control) sowie das bekannt hohe Volvo-Crash-Sicherheitsniveau stellen dem XC90 ein gutes Zeugnis aus.

Die nicht nur im Innenraum stilvoll wirkende Neuerscheinung wirkt auch äußerlich Volvo-typisch markant. Mit einer ausgeprägten Schulterpartie hinterlässt die Neuerscheinung aus Göteborg den Eindruck, als sei sie für nichts anderes als komfortable Fahrt auf festem Untergrund gebaut. Chefdesigner Peter Horbury bezeichnet sein jüngstes Werk als "maskulin, aber nicht machohaft und muskulös, aber nicht aggressiv".

Dabei preisen seine Schöpfer den XC90 durchaus auch als Traktionsmeister im Gelände. 21,8 Zentimeter Bodenfreiheit, ein Allradantrieb, der im Regelfall 95 % des Kraftaufkommens an die Vorderräder leitet, garantieren ein sicheres Fahrverhalten. Auf rutschigem Untergrund werden bis zu 65 % der Antriebskraft an die Hinterräder geleitet. Das Umlenken des Kraftflusses geschieht in Sekundenbruchteilen und für Fahrer wie Insassen unmerklich.

Mit drei bekannten Motoren aus der Limousine S80 startet der XC90 seine Karriere. Die beiden Benziner (Fünfzylinder-Turbo mit 210 PS und Sechszylinder-Turbo mit 272 PS) als auch der Diesel (Fünfzylinder-Turbo und 163 PS) geben ordentliche Antriebsquellen ab. Sie können allerdings keine übermäßige Begeisterung auslösen. Da kann die Konkurrenz mehr vorweisen - in der Breite des Angebots ebenso wie hinsichtlich der Leistung.

Doch Abhilfe ist in Sicht. 2004 bietet Volvo den Offroader-Käufern zwei komplett neu entwickelte V8-Triebwerke an - einen Benziner vor allem für den nordamerikanischen Markt und einen Superdiesel für Europa. Damit erlangt der XC90 dann jene Wettbewerbsfähigkeit, vorerst den Erfolg bremsen könnte.

Der zwischen 38 600 und 51 800 Euro teure Volvo-Geländewagen führt nämlich einen ganz entscheidenden Vorteil gegenüber Mercedes M-Klasse, BMW X5 oder auch Lexus RX300 ins Feld. Da er auf einer Pkw-Bodengruppe aufbaut und über einen größeren Radstand verfügt als die Wettbewerber, erlebt man in ihm ganz besonders jenen nervenschonenden Langstreckenkomfort, der diese Spezies Auto auszeichnen sollte. Obwohl größer als andere, wirkt er handlich wie ein Mittelklassewagen. Und obwohl einer eher rustikalen Fahrzeuggattung angehörend, sieht der Volvo richtig gut aus.

Der späte Eintritt der Marke in diesen lukrativen Markt hat auch dazu geführt, dass die Schweden trotz des robusten Volvo-Images aus ihrem Offroader keinen brutalen Geländegänger gemacht haben, sondern ein attraktives Fortbewegungsmittel ganz nach dem Geschmack moderner Menschen.

Quelle: Handelsblatt

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