Vom 15. Juni bis zum 2. November
Höfer und Kippenberger bei Biennale in Venedig

Deutschland wird bei der 50. Kunstbiennale in Venedig durch die Fotografin Candida Höfer und Arbeiten des 1997 gestorbenen Künstlers Martin Kippenberger repräsentiert. Das gab der Kurator des deutschen Pavillons, Julian Heynen, am Dienstag in Düsseldorf bekannt. Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass im deutschen Pavillon Werke eines nicht mehr lebenden Künstlers gezeigt werden.

HB/dpa DÜSSELDORF. Kippenberger - er wurde genau vor 50 Jahren am 25. Februar 1953 geboren - hat in zahlreichen Medien von Malerei bis Foto und Rauminstallation insbesondere die Rolle des Künstlers untersucht. In diesem Jahr werden Ausstellungen über ihn in Tübingen, Karlsruhe Eindhoven und Wien gezeigt, wo Kippenberger am 7. März 1997 starb. Die Kölnerin Höfer ist mit ihren großformatigen Bildern öffentlicher Räume bekannt geworden, die sie meist menschenleer zeigt.

Die Kunstbiennale von Venedig ist eines der am meisten beachteten Kunstereignisse. Sie findet diesmal vom 15. Juni bis zum 2. November statt.

Die 1944 in Eberswalde geborene Schülerin des Fotografenpaares Bernd und Hilla Becher und der aus Dortmund stammende Kippenberger behandelten auf ganz unterschiedliche Weise das "Thema der Künstler dieser Generation: Orte und Identitäten", sagte Heynen. Das ergänze sich zu der internationalen Kunstschau in Venedig, die auch ein "künstlich geschaffener Ort" sei. Die Biennalen-Präsentation längst international vernetzter Kunst in nationalen Pavillons sei "von innen hohl, wir glauben nicht mehr an sie". Zudem habe ihn gereizt, dass Höfer und Kippenberger vom offiziellen Museums- und Kulturbetrieb "lange nicht so berücksichtigt worden sind" wie vergleichbare Künstler, sagte der Biennale-Kurator, der in Düsseldorf die Dependance der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im Ständehaus leitet.

Während Höfer mit ihren Darstellungen menschenleerer Räumen "durch Auslassen, über Spuren" die Frage nach dem Menschen stelle, habe Kippenberger den sozialen Aspekt in seinem unkonventionell- experimentellen Lebenswerk durch ständiges Befragen seines Künstlerseins thematisiert. Der deutsche Beitrag, bei dem ältere und gerade in Venedig entstehende Fotos von Höfer gemeinsam mit Arbeiten Kippenbergers zu sehen sein werden, trage keinen Titel und existiere erst im Konzept, sagte Heynen.

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