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Vom Apfelfall und weiteren Gewinnwarnungen

In der vergangenen Woche ging es weiter rund. Zwei Freitage hintereinander herrschten nun schon Gewinnwarnungen über den Markt.

Intel

, der Kandidat der Vorwoche, erholte sich nach dem kolossalen Absturz nicht mal annähernd. Die Vorstände sprechen Warnungen aus, wenn die bald veröffentlichten Quartalszahlen deutlich schlechter oder auch besser ausfallen als zunächst errechnet. Das hat der weltgrößte Chipproduzent ebenso gemacht wie auch die üblichen Verdächtigen, wenn es um Euro- und damit dann auch um Umsatzschwäche geht. McDonalds beispielsweise oder Gillette verdienen ihr Geld zu einem Großteil in Europa und leiden unter der schwachen Gemeinschaftswährung. Belastend ist auch das Öl - das will und will nicht billiger werden. In den USA geht deswegen zwar niemand auf die Straße, aber die Gewinne von Großkonzernen, die auf den Rohstoff angewiesen sind, beschneidet das kräftig.



Millionen von Tonnen Öl verbrennen die Fluggesellschaften täglich mit ihren Flugzeugen. United Airlines, die weltgrößte Fluglinie, hat darunter genauso zu leiden wie die Konkurrenten. United leidet zudem noch unter dem schlechten Sommer, in dem Tausende Flüge gestrichen werden mussten. Urlauber blieben auf ihren Koffern sitzen oder buchten um, da Piloten streikten. Die haben jetzt zwar neue Tarifverträge, aber auch das ist ein Kostenfaktor. Die Gewinnwarnung, die United am Freitag aussprach, riss die Investoren daher nicht so vom Hocker wie die Unglücksbotschaft von Apple.



Zum Wochenausklang zerfiel die Apple-Aktie. Der Kurs hat sich an einem Tag mehr als halbiert. Dabei war Apple die Hoffnung überhaupt. Bunte Rechner und ein innovatives Design ließen die Käufer mit den Computern liebäugeln. Gerade das Septembergeschäft ist sehr viel schleppender verlaufen als gehofft. Der Gewinn wird zwar nicht mit der Lupe zu suchen sein, aber es ist auch nicht der Batzen, mit dem man gerechnet hatte. Resultat des Computerschreckschuss: Am Freitag hagelte es Abstufungen für die gesamte Computerwelt. Auch die Konkurrenten Hewlett-Packard und IBM blieben daher von Kursverlusten nicht verschont. Zwischendrin sorgte noch Priceline für schlechte Laune. Ein Internet-Unternehmen, das Auktionen durchführt. Ebay, Yahoo, Amazon: auch hier war der Sog groß. Die Branche der Dotcoms trudelte zum Boden.



Der Softwaregigant Microsoft konnte im laufenden Kartellrechtsverfahren einen Erfolg für sich verbuchen: nicht das oberste Gericht, der Supreme Court, sondern ein Berufungsgericht wird den Fall nun weiter verhandeln. Dieses hatte schon einmal vor zwei Jahren zu Gunsten Microsofts entschieden. Die Aktie notiert nahe einem Zweijahrestief - hat allein in diesem Jahr rund 50 Prozent verloren - verbesserte sich ab aber Mitte der Woche um rund sechs Prozent. Für Anleger wird das Papier dennoch auch in Zukunft Unsicherheiten mit sich bringen. Schließlich tauchen in laufenden Gerichtsverfahren auch unangenehme Überraschungen auf. In diesem Fall wird sich ein endgültiges Urteil wohl um sechs bis zwölf Monate verzögern.



Eine keine sonderlich gute Woche also. Die Indizes beweisen es: Der Dow Jones-Index verlor im Wochenvergleich knapp zwei Prozent auf 10 651 Punkte. Die Nasdaq gab dreieinhalb Prozent ab.



Die Entscheidung über den Euro in Dänemark fand in den USA übrigens nur mäßiges Interesse. Die Gemeinschaftswährung kam aber auch nicht ins Straucheln. Allerdings gehen New Yorker Devisenhändler nun davon aus, dass auch Schweden und Großbritannien weiterhin den Euro ablehnen werden. Wie auch immer. Der Euro hielt sich erstaunlich stabil.



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