Vom Aufsichtsrat abberufen
Mobilcom-Chef Schmid muss gehen

Der Aufsichtsrat hat den Unternehmensgründer entmachtet. Großaktionär France Telecom hatte schweres Geschütz aufgefahren: Entweder Schmid geht - oder das Unternehmen geht in Insolvenz.

dpa HAMBURG. Gerhard Schmid, der Gründer und Vorstandschef des Telefonunternehmens MobilCom, muss gehen. Der Aufsichtsrat berief den 50-jährigen Schmid am Freitag in Hamburg aus seiner Funktion ab. Außerdem gibt Schmid wohl seinen Anteil und die Aktien seiner Ehefrau von insgesamt 49,9 % ab und zieht sich vollständig zurück. Großaktionär France Télécom hat sich damit durchgesetzt. Die Franzosen hatten ultimativ den Abschied von Schmid gefordert und andernfalls mit der Insolvenz des Unternehmens gedroht.

Alle Entscheidungen seien zur Zufriedenheit von France Télécom ausgefallen, erklärte Aufsichtsrat Eric Bouvier im Anschluss an die Sitzung am Freitag in Hamburg. Mit dem Abschied von MobilCom endet für Schmid eine glanzvolle Karriere. Der frühere Sixt-Vorstand, der sich sein Studium als Eishockey-Trainer verdiente, gründete MobilCom vor zehn Jahren als Zwei-Mann-Firma und avancierte zu einem Herausforderer der Deutschen Telekom, als der Telefonmarkt 1998 liberalisiert wurde.

Am Freitag blieb zunächst unklar, wie viel France Télécom für die Schmid-Aktien bezahlen wird. Davon hängt ein mögliches Übernahmeangebot an die freien Aktionäre ab. Eine mögliche Insolvenz von MobilCom ist mit dem Abgang von Schmid abgewendet.

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