Vom Handheld zum Smartphone
Neue Produkte für neue Märkte

Nicht nur Marktführer Palm, sondern auch andere Handheld-Produzenten leiden unter stagnierender Nachfrage nach ihren Kleincomputern. Für moderates Wachstum soll der verstärkte Einsatz von Handhelds in Unternehmen und das Verschmelzen von Handy und PDA sorgen.

shr DÜSSELDORF. Der weltweite Absatz von Personal Digitals Assistants (PDAs) hat im ersten Quartal 2002 um 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum abgenommen. Bis Ende März wurden laut Auskunft der Marktforschungsgesellschaft IDC nur 3,25 Millionen Geräte verkauft. "In der Branche herrschen noch immer schwache gesamtwirtschaftliche Indikatoren", erklärt Weili Su, Analystin bei IDC.

Krisenstimmung in Europa

Von der schleppenden Nachfrage besonders betroffen ist der europäische Markt. Der Absatz sank im ersten Quartal um 25,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr - von 800 000 auf nur noch 593 000 Geräte.

Ihre Absatzzahlen steigern konnten allein Compaq und Hewlett Packard. Compaq profitierte von den Verkäufen der neuen 3800er iPaq-Serie, die auf dem Microsoft Betriebssystem Pocket PC 2002 basiert. Das neue Gerät verhalf Compaq im ersten Quartal zum höchsten Umsatz der ganzen Branche. Hewlett Packard konnte vor allem bei teuren Geräten Boden gutmachen.

Branchenführer Palm musste dagegen einen Absatzrückgang von 37 Prozent verzeichnen. Allein die guten Verkaufszahlen der Modelle M515 und M130 sorgten dafür, dass das Absatzvolumen nicht noch weiter absackte.

Ähnlich erging es der Konkurrenz: Der Absatz bei Casio sank um 41,5 Prozent, bei Nokia um 14,3 Prozent und bei Handspring um 21,1 Prozent. Die restlichen Hersteller verloren ebenfalls mehr als die Hälfte ihres Absatzvolumens.

Wachstum durch Großkunden

Dennoch prognostizieren Marktforscher für 2002 ein moderates Wachstum im Handheld-Markt. Die Analysten von IDC glauben, dass der Markt weltweit um rund 13 Prozent wachsen wird, das Institut Gartner Dataquest rechnet mit bis zu 18 Prozent. Die Erholung soll jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte einsetzen und ist eng mit der Entwicklung der Gesamtwirtschaft verknüpft.

Besserung erhofft sich die Branche vor allem durch das Geschäftspotential, das im Bereich Großkunden brach liegt. "Ungefähr drei Viertel aller PDAs wurden 2001 an Privatkunden verkauft", erklärt Todd Kort, Chefanalyst von Gartner Dataquest. "Doch die gestiegene Funktionalität und die Einführung von drahtlosen Technologien führt zu immer mehr Großaufträgen von Unternehmensseite."

Die PDAs ermöglichen Angestellten die drahtlose Übertragung von E-Mails und den Zugang zur Unternehmens-Datenbanken über weite Entfernungen. "Das Unternehmens-Segment bleibt der Schlüssel zum künftigen Wachstum des PDA-Marktes", glaubt deshalb auch IDC-Analystin Su.

Konkurrenz durch Konvergenz

Ein weiterer wichtiger Trend im Bereich Handheld-Computer ist die Verschmelzung mit Mobiltelefonen zu so genannten Smartphones. Inwieweit dies die Branche beeinflussen wird, ist unter Experten noch umstritten. Todd Kort von Gartner Dataquest glaubt das Geschäft der PDA-Hersteller langfristig gefährdet: "Ab 2004 wird der PDA-Absatz verstärkt unter der Konkurrenz der Smartphones leiden."

Diese Bedrohung hält dagegen Kevin Burden, Programm-Manager bei IDC, auch für eine Chance. Seiner Ansicht nach besteht für PDA-Hersteller, die sich auf die Konvergenz der beiden Technologien einstellen, keinerlei Grund zur Sorge: "Kombinierte Geräte sind der nächste Schritt in der Evolution des Handheld-Marktes. An der Schnittstelle zwischen Mobilfunk- und Handheld-Industrie werden sich große Marktchancen ergeben." Freilich nicht nur für die Handheld-Produzenten, sondern auch für die Handy-Hersteller. Deshalb werden sich beide Branchen in Zukunft wohl auf einen noch härteren Konkurrenzkampf einstellen müssen.

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