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Vom Pinselverkäufer zum internationalen Marktführer

Nachrichten über Firmenpleiten und Massenentlassungen in der Old- und New Economy gehören heute zum Alltag, erschüttern und demoralisieren tun sie aber trotzdem. Umso erfreulicher sind Firmengeschichten, die Wachstum und Beständigkeit dokumentieren und damit in rauen Zeiten wie diesen ein wenig Zuversicht vermitteln.

Die Rede ist vom Boesner Versandservice für Künstler, dessen Historie ihren Ursprung in Bochum hat. 1982 machte der freischaffende Maler und Bildhauer Wolfgang Boesner die Erfahrung, dass es schwierig ist, ausschließlich von der Kunst zu leben. Hinzu kamen die teilweise recht hohen Preise für die Materialen, die der Einzelhandel zudem nicht in aureichendem Maße zur Verfügung stellen konnte. Schnell wurde die Idee geboren, Farben, Leinwände, Pinsel etc. auf direktem Wege einzukaufen und diesen Preisvorteil an andere freischaffende Künstler weiter zu geben.

Das Konzept wurde von der anfänglich noch kleinen Gruppe von Künstlern sehr gut angenommen, so dass die kaufmännische Arbeit den jungen Firmengründer stärker forderte als erwartet. Boesner musste sich entscheiden: Entweder weiter als Künstler arbeiten oder hauptberuflich den Versandhandel für Künstler leiten. Wolfgang Boesner entschied sich für letzteres und hat damit die Weichen für eine erfolgreiche Karriere als Unternehmer gestellt.

Es sprengt den Rahmen, jede einzelne Station der Firmengeschichte aufzulisten, aber einige Meilensteine seien erwähnt: Nachdem 1986 der erste Großhandelskatalog erschienen war und neue Räumlichkeiten in Witten-Herbede bezogen wurden, beteiligte Boesner seinen Bruder Klaus. Der anfänglich aus rund 50 Künstlern bestehende Kundenstamm war bis dahin auf 2 000 Maler, Galeristen und Fachhändler angewachsen. In Köln wurde eine Filiale eröffnet, und Boesner konnte 15 Mitarbeiter beschäftigen.

Im Laufe der nächsten Jahre wuchs der Kundenstamm auf über 10 000 an, Wolfgang Boesner eröffnete deutschlandweit weitere Filialen. Anfang der 90er Jahre arbeiteten 45 Mitarbeiter für das Unternehmen, und Boesner hatte sich mittlerweile mit rund 25 000 Kunden zum europäischen Marktführer für Profimaterialien entwickelt. Im Jahr 1994 legte Wolfgang Boesner den Grundstein für die erste Auslandsfiliale in der Schweiz. Die Erfolgsgeschichte setzte sich unaufhaltsam fort.

Im Juni feiert der Boesner Versandhandel nun sein 20-jähriges Bestehen. Bilanz: Über 350 000 Kunden, Niederlassungen in Frankfurt, Stuttgart, Berlin, der Schweiz, Österreich und Frankreich, internationale Marktführerschaft, über 350 Mitarbeiter - Tendenz weiter steigend. Fazit: Das kann sich sehen lassen - gerade in der heutigen Zeit - und gibt ein wenig Hoffnung.

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