Vom Schnellzug bis zur Glühbirne
Deutsche Firmen verdienen an Olympia

Ohne die Firma Siteco aus Traunreut im Chiemgau würden die Fußballer im Olympia-Stadion von Tianjin im Dunkeln stehen. Deutsche Unternehmen sorgen mit für einen reibungslosen Ablauf der Sommerspiele – auch Mittelständler.

PEKING. Der Sound war gigantisch. Als die Trommler bei der Eröffnung der Olympischen Spiele das Pekinger Nationalstadion , auch „Vogelnest“ genannt mit ihrem Rhythmus erzittern ließen, spitzten die Verantwortlichen in Hamburg bei der Firma Procon Multimedia ganz besonders genau die Ohren. Kein Pfeifen, kein Zerren, kein Knattern – alles lief glatt. Damit stand der erste Sieger der Sommerspiele schon vor dem Beginn der Wettkämpfe fest. Denn die gesamte Beschallung für Olympia wurde von Procon aus Hamburg nach Peking geliefert.

Was kaum einer der Millionen von Olympia-Besucher dabei mitbekommt: Ob im Vogelnest, im Schwimmstadion, im Olympischen Dorf oder beim Basketball – immer ist deutsche Technologie vom Feinsten im Einsatz. Und das nicht nur in Peking. Die Lichtanlage im Fußballstadion von Tianjin zum Beispiel stammt von Siteco aus Traunreut im Chiemgau.

Auch das Funk-Equipment für die Reitplätze in Hongkong stammt aus deutschen Landen. Und die Firma Peter Maier Leichtbau GmbH aus Singen hat drei Aluminiumbrücken nach Peking verschifft. Dort konnten sie innerhalb nur weniger Stunden montiert werden. Der Verkehr wurde kaum behindert – die Auftraggeber der Stadt Peking waren sehr zufrieden.

„Deutsche Unternehmen konnten wesentlich durch die Olympischen Spiele profitieren“, sagt auch der Vorsitzende der Deutschen Handelskammer in China, Richard Hausmann. Dies gelte aber nicht nur für große Konzerne wie Siemens oder Bayer, „auch zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen konnten Aufträge ergattern“, sagt Kammer-Chef Hausmann, der zugleich auch China-Chef bei Siemens ist.

Wie viele Aufträge für Olympia vergeben wurden und welche Projekte den Stempel „Olympia“ bekommen haben, hält das Pekinger Organisationskomitee Bocog geheim. Offiziell liegt das Olympia-Budget ohnehin nur bei gut 2 Mrd. US-Dollar – umgerechnet rund 1,4 Mrd. Euro. Darin sind allerdings nur die reinen Baukosten für die Stadien enthalten, nicht aber der massive Ausbau der Infrastruktur. Olympia-Experten gehen davon aus, dass die Gesamtkosten bei 45 Mrd. Dollar liegen dürften.

Seite 1:

Deutsche Firmen verdienen an Olympia

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%