Vom Stärkeverhältnis der Koalitionsparteien abhängig
Seehofer will Sozial- und Gesundheitsminister werden

Der frühere Gesundheitsminister Horst Seehofer will nach einem Wahlsieg der Union Sozial- und Gesundheitsminister werden. "Ich stehe für eine ministerielle Planstelle zur Verfügung", sagte der stellvertretende CSU-Chef am Donnerstag in München und fügte hinzu: "Ich würde das gerne machen."

ap MÜNCHEN. Die Ressorts würden aber nach dem Wahlergebnis von CDU, CSU und FDP verteilt: "Das hängt vom Stärkeverhältnis ab, nicht von der Nächstenliebe." Er selbst müsse sich "nichts mehr beweisen", sagte der 52-Jährige, der von 1992 bis 1998 Gesundheitsminister war. Die CSU habe im Kabinett Helmut Kohl ein Mal vier Minister und damit "einen über den Durst bekommen". Das sei ein politisches Zugeständnis gewesen, mit dem nach dem 22. September nicht zu rechnen sei.

Gesundheitlich werde er die Aufgaben eines Ministers erfüllen können. Das hätten ihm nach seiner Herzmuskelentzündung drei Kliniken bestätigt. Kanzlerkandidat Edmund Stoiber hat aus der CSU bisher nur den bayerischen Innenminister Günther Beckstein in sein Kompetenzteam berufen, Seehofers Berufung aber bereits angekündigt.

Die Stimmung in der Union beschrieb Seehofer als so gut, dass Übermut die größte Gefahr sei. Nach dem kleinen CSU-Parteitag am Samstag in Fürth würden die Delegierten "hoch motiviert in ihre Wahlkreise zurückkehren". Bundeskanzler Gerhard Schröders wechselnder Schmusekurs gegenüber neuer Mitte und Gewerkschaften werde nicht gut gehen.

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