Vom Überwachungsroboter zur Fluchtburg Schlafzimmer
Sicherheitsbranche setzt auf Handytechnologie

Auf der Security 2002 wird außerdem der Überwachungsroboter "Robowatch" zu sehen sein, der sich mittels künstlicher Nervennetze selbstständig durch die zu überwachenden Objekte bewegt oder seinem Besitzer Bilder aus dem Wohnzimmer an den Urlaubsort schickt.

HB/dpa ESSEN. Das Schlafzimmer wird zur Festung, Kameras filtern Ganoven automatisch aus der Menschenmenge und Roboter bewachen das Einfamilienhaus: Mit immer ausgefeilteren Techniken reagiert die Sicherheitsbranche auf die zunehmende Angst vieler Menschen vor Kriminalität. Die Industrie arbeitet mit Hochdruck an so genannten Security-Lösungen, um Luftfahrt, Kernkraftwerke und Unternehmen besser vor Übergriffen schützen zu können und das Eigenheim sicherer zu machen. Die Internationale Security-Messe in Essen präsentiert sich vom 8. Oktober an als weltweit größter Schauplatz für Sicherheitslösungen.

Bochumer Technologie zur Personenerkennung kommt schon heute an Flughäfen zum Einsatz. Kameras suchen in der Masse der Menschen Gesichter heraus. Sie vergleichen die biometrischen Daten automatisch mit Kennzeichen gespeicherter Krimineller, gesuchter Terroristen oder auch illegaler Einwanderer. Solche Erkennungssysteme erleichtern auch Zugangskontrollen an Kernkraftwerken und anderen sensiblen Unternehmen.

Schutz vor Räubern bietet die "Fluchtburg Schlafzimmer", die an den Thriller "Panic Room" mit Jodie Foster erinnert. Was im Mittelalter mit hohen Türmen und dicken Mauern erreicht wurde, das bewirkt jetzt eine einbruch- oder wahlweise auch Schuss hemmende Tür mit einer automatischen Verriegelung. Hinzu kommen entsprechend verriegelbare Fenster, Überfallmelder und eine vom Festnetz unabhängige Telefonverbindung. So verbarrikadiert, lässt es sich beruhigt auf die Polizei warten, glauben die Hersteller.

Neu ist auch die Peilung des Standortes per Handytechnik. Die so genannte GSM-Ortung macht sich zu Nutze, dass Mobilfunknetze in Zellen aufgeteilt sind. Damit ein Ruf an die richtige Stelle geleitet werden kann, muss der Standort des Handys bekannt sein. Kleine Geräte signalisieren ohne Hilfe von Satelliten, wo sie sich befinden - und damit auch, wo sich ein Paket, eine Baumaschine, ein gestohlenes Geldbündel oder ein entführter Mensch aufhält.

Verlorene Schlüssel oder vergessene Zugangskarten gibt es nicht mehr, wenn der neue Fingerringschlüssel eingesetzt wird, versprechen die Erfinder. Persönliche Zugangs-Codes befinden sich in einem Schmuckring an der Hand der berechtigten Person, gespeichert in einem elektronischen Chip.

Aus Taiwan kommt ein Signaldetektor, der im Gerichtssaal oder Krankenhaus unzulässig eingeschaltete Handys oder auch versteckte Kameras und Wanzen findet. Er erinnert an das vergessene Notebook oder schlägt Alarm, wenn der Koffer mit den Wertsachen ohne seinen Besitzer den Raum verlässt.

Auf der Security 2002 wird außerdem der Überwachungsroboter "Robowatch" zu sehen sein, der sich mittels künstlicher Nervennetze selbstständig durch die zu überwachenden Objekte bewegt oder seinem Besitzer Bilder aus dem Wohnzimmer an den Urlaubsort schickt. Im Gegensatz zu seinen vierbeinigen Vorbildern aus Fleisch und Blut kann er nicht nur sehen und hören, sondern auch Wärme oder Bewegungen hinter Mauern entdecken.

Eher schon kurios ist dagegen die Parkkralle für Flugzeuge. Anders als die Parkkralle in Großstädten, die vielen Autofahrern bekannt sein dürfte, alarmiert das Jetschloss Pilot und Tower über einen Diebstahlsversuch.

Insgesamt 932 Aussteller aus 31 Nationen werden in Essen vertreten sein und die fast zehn Mrd. Euro Umsatz schwere Branche von Dienstag bis Freitag (8. bis 11. Oktober) dem Fachpublikum vorstellen.

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