Von 1,5 auf 2,8 Prozent heraufgesetzt
US-Volkswirte heben Wachstumsprognose deutlich an

Nach der überraschend starken Entwicklung der US-Wirtschaft im ersten Quartal haben Volkswirte von Unternehmen ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr deutlich angehoben.

Reuters WASHINGTON. 30 von der National Association for Business Economics (NABE) befragte Volkswirte erwarten im Schnitt für 2002 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,8 % nach 1,2 % im vergangenen Jahr, wie die Gruppe in der Nacht zu Dienstag mitteilte. Im Februar waren die Experten noch von 1,5 % Wachstum ausgegangen.

"Der starke BIP-Anstieg im ersten Quartal hat die Prognose der NABE für das Gesamtjahr um einen Prozentpunkt nach oben gedrückt", schrieb die Volkswirtin Maureen Allyn in der Zusammenfassung des NABE-Berichts. Die Vorhersagen für die restlichen neun Monate seien nahezu unverändert geblieben. Die befragten Volkswirte erwarten zudem frühestens im dritten Quartal eine Leitzinserhöhung der US-Notenbank (Fed). Dabei verwiesen sie darauf, dass die sich erholende US-Wirtschaft weiterhin kaum Inflationsgefahren ausgesetzt sei.

Lager werden aufgefüllt

Für das erste Quartal hatten die Volkswirte im Februar aufs Jahr hochgerechnet einen Anstieg des BIP um 1,3 % erwartet. Tatsächlich war die Wirtschaftsleistung dann aber nach vorläufigen Berechnungen um 5,8 % gestiegen. Analysten hatten das starke Wachstumsplus vor allem darauf zurückgeführt, dass viele Unternehmen nach der Rezession des vergangenen Jahres wieder ihre Lager aufzufüllen beginnen, was die Produktion in den ersten drei Monaten angefacht hatte.

Für 2003 prognostizieren die von NABE-Volkswirte eine weitere Beschleunigung des Wirtschaftswachstum in den USA auf 3,7 %. Das Gremium geht für die nächsten Monate von kontinuierlich steigenden Konsum- und Staatsausgaben aus. Bei den Unternehmensgewinnen sehen die Experten inzwischen jedoch ein langsameres Wachstum als noch vor drei Monaten. Dies könne die Investitionsausgaben dämpfen, hieß es. Die Fed hatte zuletzt betont, dass unter anderem eine stabile Investitionsnachfrage die Voraussetzung für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum sei.

Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Für den Arbeitsmarkt rechnen die Volkswirte kurzfristig noch mit einer weiteren Anspannung. Doch ab Jahresmitte sei ein Beschäftigungsaufbau zu erwarten. Im Mittel von 2003 gehen die Experten von einer Arbeitslosenquote von 5,7 % aus. Im April lag die Quote bei 6,0 % und damit auf dem höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren.

Trotz der höheren Wachstumserwartungen rechnet NABE mit einer gemäßigten Inflationsentwicklung. Für den Durchschnitt dieses Jahres gehen sie von einem Anstieg der Verbraucherpreise um 1,7 nach 2,8 % im Vorjahr aus. Für 2003 rechnen sie mit einer Inflationsrate von 2,5 %.

Angesichts des gemäßigten Preisdrucks erwarten rund drei Viertel der befragten Volkswirte, dass die Fed die Leitzinsen frühestens ab dem dritten Quartal erhöhen wird. Nach Ansicht von zwei Dritteln der Experten kann die Notenbank sogar bis zum nächsten Frühjahr mit einer Anhebung des Schlüsselzinses warten. Der entscheidende Zielsatz für Tagesgeld liegt derzeit bei 1,75 % und damit auf dem tiefsten Niveau seit 40 Jahren.

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