Von 1,9 auf 1,3 Prozent
IWF senkt Konjunkturprognose nochmals drastisch

ddp-vwd HAMBURG. Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland offenbar nochmals drastisch senken. Wie die "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe) berichtet, erwartet der IWF nur noch 1,3 statt bisher 1,9 Prozent Wachstum. Dies sei am Rande der Gespräche bekannt geworden, die eine IWF-Delegation gegenwärtig unter anderem mit Bundesregierung, Bundesbank und Wirtschaftsinstituten führt.

Käme es zu dem Einbruch, wird das Haushaltsdefizit auf 2,00 bis 2,25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf die internationale Organisation. Dies könne einen Konflikt mit der Europäischen Kommission heraufbeschwören, die ein entsprechendes Budgetdefizit «mit großer Sorge» betracht. Ein Fehlbetrag von mehr als zwei Prozent könne nur geduldet werden, wenn Deutschland in die Rezession stürze. Ein solches "Sparen in den Abschwung hinein" wird von der Bundesregierung und der Mehrzahl der Ökonomen laut Zeitung jedoch abgelehnt.

Deutschland habe sich im Stabilitäts- und Wachstumspakt verpflichtet, das Etatdefizit bis auf Null zu senken. Für 2001 sei ein Defizitziel von 1,5 Prozent nach Brüssel übermittelt worden. Mittlerweile gehe die Bundesregierung von 1,7 Prozent aus, was allerdings laut Finanzministerium noch "im Toleranzbereich" liegt. Wenn das Defizit aus dem Ruder liefe, wolle die Kommission "öffentlich feststellen, dass die Bundesrepublik den Stabilitätspakt bricht", sagte ein ranghoher EU-Beamter laut Zeitung.

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