Archiv
Von Amerikanischen Verhältnissen und mehr...

Vergessen wir all die Stereotypen über den amerikanischen Kapitalismus: Wachsende Armut, immer mehr Billigjobs, Politik für die Reichen?

Olaf Gersemann: Amerikanische Verhältnisse, Finanzbuch-Verlag, München 2003, 304 Seiten, 34,90 Euro
Vergessen wir all die Stereotypen über den amerikanischen Kapitalismus: Wachsende Armut, immer mehr Billigjobs, Politik für die Reichen? Gersemann schaut genauer hin, bürstet Statistiken gegen den Strich - und kommt zu verblüffenden Ergebnissen. Oft erweist sich der vielgescholtene Cowboy-Kapitalismus als sozialer als sein deutsches Gegenbild. Bei uns funktionieren Armut und Arbeitslosigkeit wie eine Falltür, in den USA wie eine Drehtür. Amerikaner rutschen zwar schnell in die Armutsstatistik, rappeln sich aber schnell wieder auf. Man sollte Gersemanns Buch allen Bundestagsabgeordneten zwangsverordnen. Bernd Ziesemer

Rafael Seligmann: Hitler - Die Deutschen und ihr Führer, Ullstein Verlag, München 2004,336 Seiten, 22 Euro
Seligmanns Aufmerksamkeit gilt vor allem der Frage, warum die Deutschen Hitler bis zum Untergang die Treue hielten und der Judenvernichtung tatenlos zusahen. Die wichtigsten Ursachen sind für ihn die Angst vor der Moderne, die Unfähigkeit, rational mit der komplizierten Lage des eigenen Landes nach dem Ersten Weltkrieg umzugehen, die unzureichende politische und demokratische Reife des deutschen Bürgertums und nicht zuletzt die Teilhabe an der Ausplünderung der jüdischen Opfer in ganz Europa. Seligmanns Buch ist nicht an der Hitler-Biografie Kershaws zu messen, doch bietet es einen kompakten Überblick über das wichtigste Thema der Deutschen - und verzichtet wohltuend auf simple Schuldzuweisungen. Thomas Hanke

Helge Hesse: Ökonomen-Lexikon, Verlag Wirtschaft und Finanzen, Düsseldorf 2003, 464 Seiten, 69,95 Euro
Ein Glück, dass sich David Ricardo (1772-1823) schon früh ein Vermögen verspekuliert hat: Womöglich hätte er sonst keine Muße gehabt, um mit dem Theorem vom komparativen Kostenvorteil den Nutzen des Freihandels zu erklären. Ricardo ist nur ein Beispiel: Helge Hesse stellt in seinem "Ökonomen-Lexikon" 600 Persönlichkeiten vor. 600 Ökonomen? Streng genommen ist das eine Übertreibung. Denn Hesse denkt auch an Größen wie Napoleon oder den Kaugummifabrikanten Willam Wrigley. Ein buntes Zusammentreffen, das den Erkenntniswert des Buchs erhöht. Dietrich Creutzburg

Joseph E. Stiglitz: Die Roaring Nineties, Siedler Verlag, München 2004, 356 Seiten, 24 Euro
Stiglitz, vielen in Deutschland fälschlicherweise nur als Globalisierungskritiker bekannt, erweist sich mit diesem Buch wieder als großer Ökonom, der sich vor allem für die Rolle des Staates in der Volkswirtschaft interessiert. Er untersucht die Ursachen der New-Economy-Blase, diskutiert Fehler in der Marktregulierung und zeigt, warum Clintons Politik der Defizit-Reduzierung erfolgreich war. Thomas Hanke

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%