Von Angsthasen zu Raubfischen
Hertha will gegen Fulham Metamorphose

Dieter Hoeneß verlangt von seinen Profis vor dem Wahrsager gegen den FC Fulham endlich den totalen Wandel. "Mit der Einstellung der ersten Halbzeit gegen Werder Bremen brauchen wir gar nicht erst anfangen", erklärte der Hertha-Manager 24 Stunden vor dem Drittrunden-Hinspiel im UEFA-Cup gegen den Club des Milliardärs und Harrods-Besitzer Mohammed Al-Fayed.

HB/dpa BERLIN. Gegen den Tabellen-Elften der englischen Premier-League, der am Wochenende mit einem 3:2 gegen den FC Liverpool auf der Insel einen Paukenschlag setzte, steht am Dienstag (17.30 Uhr/ARD) für den Hauptstadtclub die gesamte restliche Saison auf dem Spiel.

"Mir wäre es lieber, wenn wir öfter gewinnen würden, wenn es darauf ankommt", betonte Hoeneß und legte den Finger in die Wunde. Kurz vor großen Zielen litt Hertha in der jüngeren Vergangenheit an Versagen. In den beiden Vorjahren scheiterte die "alte Dame" in der 3. Cup-Runde, in Pokal und Bundesliga gingen die "Big Points" an den Gegner. Jetzt sei Risikobereitschaft, Aggressivität und Leidenschaft gefordert, erklärte Hoeneß, "wie ein Raubfisch, der Witterung aufnimmt". Zuletzt gab es in der Stunde der Wahrheit beim mit großen Ambitionen ausgestatteten Club meist nur Angsthasen. "Das ist schon etwas, das mit Kopfzerbrechen bereitet", gab der Hertha -"Macher" zu.

Wie Chefcoach Huub Stevens innerhalb von drei Tagen die Metamorphose seines Personals abschließen will, blieb vor dem 65. Europacup-Auftritt der Berliner das Geheimnis des Niederländers. Vielleicht müsse er "bestimmte Risiken nehmen", kündigte Stevens vier Tage vor seinem 49. Geburtstag zwar für den Fall an, dass neben Marko Rehmer (Oberschenkelzerrung) auch dessen Nationalmannschafts-Kollege Arne Friedrich (Sprunggelenks-Blessur) und Defensiv-Allrounder Andreas Schmidt (Fersenprellung) ausfallen sollten. Doch der Trainer machte zugleich deutlich, dass die wenigen Fans - 24 Stunden vor der Partie waren erst 10 000 Tickets verkauft - keinesfalls einen bedingungslosen Sturmlauf erwarten dürfen.

"Wenn man das erste Spiel zu Hause bestreitet, darf der Gegner erst einmal kein Tor schießen. Es ist besser 0:0 als 1:1 zu spielen", sagte Stevens. "Noch besser ist es, 3:0 zu gewinnen", schritt an dieser Stelle Hoeneß ein, den die Furcht treibt, dass Hertha durch weitere unattraktive Auftritte endgültig zur "grauen Maus" mutieren könnte. "In der Regel werden Europacup-Spiele zu Hause entschieden", wies er deshalb bei aller Vorsicht nochmals auf den nötigen Mut hin.

Gleich vier komplette Spiele des Kontrahenten sah sich Stevens als Vorbereitung auf Video an. Beeindruckt zeigte er sich besonders vom jüngsten Erfolg der Londoner gegen den Hamann-Club Liverpool. Es war Fulhams erster Sieg über die "Reds" seit 1966, für den vor allem der Argentinier Facundo Sava mit zwei Toren verantwortlich zeichnete. Nach zuvor nur einem Punkt in fünf Spielen gab des den Männern von Trainer Jean Tigana, Europameister mit Frankreich 1984, rechtzeitig neues Selbstvertrauen: "Wir sind optimistisch, dass wir nun auch im UEFA-Cup ein gutes Resultat holen", meinte Jungstar Sean Davis, der in seinem ersten Spiel nach Verletzung viel neuen Schwung brachte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%