Von Banken unter Druck gesetzt
Helkon Media produzierte 2000 01 Verluste

Nach einer Reihe von geplatzten oder verschobenen Geschäften ist der Filmproduzent und-händler Helkon Media im Geschäftsjahr 2000/01 in die roten Zahlen gerutscht.

rtr MüNCHEN. Von August 2000 bis Juli 2001 sei ein Fehlbetrag von 9,3 Mill. ? vor Steuern und Zinsen (Ebit) entstanden, sagte Helkon-Vorstand Martin Heldmann am Donnerstag in München. Im Oktober hatte Helkon die Prognosen bereits drastisch nach unten korrigiert, damals aber noch einen Betriebsgewinn von 12,8 (1999/2000: 7,7) Mill. ? in Aussicht gestellt. Der Umsatz lag mit 130,3 (Vorjahr: 76,1) Mill. ? leicht über den auf 123 Mill. ? nach unten geschraubten Erwartungen. Allein in der Verwaltung will Helkon 2001/02 nun drei Mill. ? einsparen. 17 von 137 Beschäftigten sei gekündigt worden.

Die Aktie kletterte am Neuen Markt zwischenzeitlich um 16 % auf 3,19 ?, büßte die Gewinne aber nahezu vollständig wieder ein. Im ersten Quartal 2001/02 sei das Geschäft besser gelaufen, sagte Heldmann. Der Umsatz sei mit den Filmen "The Mexican" und "The Gift" von August bis Oktober 2001 um 86 % auf 55,1 Mill. ? gestiegen, das Ebit habe sich auf 8,5 (3,1) Mill. ? fast verdreifacht.

Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr wollte Vorstand Mark Ramakers nicht wagen: "In einer Marktlage, in der sogar die Kirch-Gruppe in Schwierigkeiten gerät, wollen wir keine Prognose abgeben", sagte er. Das Ebit solle aber deutlich besser ausfallen. Von seinen Banken, vor allem der Stadtsparkasse Köln und der Vereins und Westbank - , war Helkon laut Geschäftsbericht unter Druck gesetzt worden. Die Firma sollte demnach Restrukturierungsmaßnahmen einleiten, um Kedite zur Finanzierung des laufenden Geschäfts bis Ende des kommenden Jahres verlängert zu bekommen. Die Kreditlinien seien fast ausgeschöpft worden, wodurch eine Liquiditätslücke gedroht habe.

Helkon ist mit 94 Mill. ? bei den Banken verschuldet, die Gesellschafter haben zusätzlich Darlehen gegeben. Heldmann sagte, zwei Drittel der Kreditlinien seien durch Filmverträge abgesichert, die bereits verkauft worden seien.

Ein Grund für den Sturz in die Verlustzone sei gewesen, dass der Filmvertriebspartner Buena Vista International wichtige Fernsehrechte bei seinen eigenen Partnersendern RTL und Premiere World nicht habe platzieren können. Helkon habe die Verträge daher gekündigt und die Rechte fürs frei empfangbare Fernsehen selbst an die ARD und RTL2 verkauft. Über einen Verkauf an das PayTV werde noch verhandelt.

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