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Von Bluetooth und GPRS

Auf der Cebit wird der an Telekommunikation interessierte Verbraucher auf eine Reihe neuer Schlagwörter stoßen.

Reuters HANNOVER. Auf der Cebit wird der an Telekommunikation interessierte Verbraucher über einer Reihe neuer Schlagwörter stolpern. So dürfte der schnelle Datenübertragungsstandard für Mobiltelefone GPRS (General Packet Radio Service), die kabellose Übertragungstechnik Bluetooth und das unter dem Namen Powerline vor der Markteinführung stehende Internet aus der Stromsteckdose für Aufsehen sorgen. Daneben wird die siebentägige Messe einen Vorgeschmack auf die neue Mobilfunkwelt nach Einführung der dritten Generation UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) geben und den Einsatz des Handy als unverzichtbares Multitalent mit Bezahlfunktion demonstrieren.

Längst hat sich auf der einst als Computermesse an den Start gegangenen Cebit die Telekommunikation einen bedeutenden Platz erobert. Denn weltweit dürften mehr Menschen über Telefone mit Festnetzanschluss und Mobilfunkgeräte verfügen als Computer genutzt werden. Und rund 40 Prozent der zuletzt mehr als 700 Millionen Mobilfunknutzern weltweit leben in Europa, das über den meistgenutzten technischen Standard GSM (Globales System für Mobilkommunikation) verfügt. Die digitale GSM-Technik wird ungeachtet von UMTS nach Einschätzung von Branchenexperten auch in den nächsten Jahren noch dominieren. Als technischer Brückenschlag zwischen der heutigen und der künftigen Mobilfunkgeneration gilt GPRS. Damit lassen sich Daten wie Kurznachrichten, Bilder und Internetinhalte bis zu viermal schneller als bisher über Mobilfunkgeräte übertragen, was sie zu den bei analogen Festnetzmodems üblichen Geschwindigkeiten aufrücken lässt.

Alle vier Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland bieten mittlerweile schnelle Datendienste an. Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten ist das Interesse der Nutzer noch nicht überschwänglich. Von den weltgrößten Herstellern bietet auch lediglich Motorola Endgeräte in nennenswerten Stückzahlen an. Die anderen Hersteller wie Siemens, Ericsson oder Samsung werden auf der Cebit zumindest ihre noch nicht auf dem Markt befindlichen GPRS-Geräte präsentieren. Marktführer Nokia setzt auf den vergleichbaren Standard HSCSD (High Speed Circuit Switched Data), den das zur Jahresmitte erwartete neue Mulitmedia-Handy Communicator 9210 mit Farbdisplay unterstützt.

Eine Renaissance soll mit GPRS nach dem Willen der Branche auch das speziell für die kleinen Mobilfunkbildschirme entwickelte WAP (Wireless Application Protocol) erleben, für das im vergangenen Jahr heftig die Werbetrommel gerührt wurde, dass die Kunden aber zumeist enttäuschte. Neue Dienste sollen neues Interesse wecken. Beispielsweise die automatische Ortserkennung des Handynutzers, was die mobile Nutzung örtlich relevante Informationen etwa über Verkehr, Kultur und Übernachtungen ermöglicht. Angestrebt wird auch eine immer weiter stärkere Individualisierung der über Mobilfunk erreichbaren Angebote, um die Kundenbedürfnisse bei Finanzen, Unterhaltung oder Nachrichten gezielt erfüllen zu können.

Bei der Geräte-Entwicklung lassen sich zwei Trends ausmachen. Einerseits werden die Mobilfunkgeräte mit Organizern, Digitalkameras, Spracherkennung und Sprachausgabe sowie digitalen Abspielgeräten mit Datenkompression (MP3-Player) zum Multimedia-Werkzeug aufgewertet. Andererseits wird das Handy vor allem nach Einführung des UMTS-Standards das Eingangstor zur mobilen Welt der Kommunikation bilden und mit anderen mobilen Geräten wie tragbaren Kleincomputern, Digitalen Assistenten oder Haushaltsgeräten problemlos Daten austauschen können - ohne Kabel. Dies macht die drahtlose Funkübertragung namens Bluetooth möglich.

Auf der Cebit wird es eine Sonderschau zu der Bluetooth-Technik geben, auf der demonstriert wird, wie sich eine Vielzahl von technischen Geräten ohne Sichtkontakt per Funk steuern lassen. Auch schnurlose Freisprecheinrichtungen für Telefone und andere Kommunikationsgeräte werden gezeigt.

Auch das flächendeckende Telefonfestnetz wird dank neuer Technologien wie DSL (Digital Subscriber Line) wieder in den Blickpunkt der Verbraucher rücken, da sich damit über einen analogen regulären Telefonanschluss sehr viel höhere Datenübertragungsgeschwindigkeiten als im Mobilfunk oder über ISDN erreichen lassen. Die Cebit widmet dieser von Experten als Boom-Markt eingeschätzten Technologie eine Sonderschau. Als zumeist noch visionäre Alternativen zum Festnetz und Mobilfunk werden auf der Cebit die Zugangstechnologien für Internet- und Datendienste - Powerline und das breitbandige TV-Kabelnetz - demonstriert. Powerline nutzt das nahezu bis in jeden Winkel der Erde vorhandene Stromnetz als Infrastruktur und wird auf der Cebit die Markteinführung erleben.

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