Von Carl Duisberg Gesellschaft bestätigt
Mutmaßlicher Terrorist Atta hatte deutsches Stipendium

Der mutmaßliche Terrorist Mohammed Atta, der am 11. September eines der beiden Flugzeuge in das World Trade Center gesteuert haben soll, hatte ein deutsches Stipendium. Wie die gemeinnützige Carl Duisberg Gesellschaft (CDG) am Mittwoch in Köln mitteilte, wurde Atta in den 90er Jahren über längere Zeit unterstützt.

dpa KÖLN/BERLIN. Dabei nahm er in verschiedenen Bundesländern auch an Seminaren mit anderen Studenten teil. Die angesehene Carl Duisberg Gesellschaft mit Sitz in Köln richtet weltweit Austausch- und Fortbildungsprogramme aus.

Nach Angaben einer CDG-Sprecherin beteiligte sich Atta unter anderem an einem Programm, das einen dreimonatigen Aufenthalt in einem Entwicklungsland ermöglicht. Dazu gehörten Vorbereitungs- und Auswertungsseminare. "Daran hat Atta teilgenommen." Normalerweise werde dafür ein Zuschuss für Lebenshaltung und Reisekosten in Höhe von insgesamt 2500 DM gezahlt. Als Tutor habe er dann das nächste Programm für Ägypten und Nordafrika betreut. Damit bestätigte die Sprecherin Berichte der Berliner Tageszeitungen "Tagesspiegel" und "Berliner Morgenpost" vom Mittwoch.

Der Carl Duisberg Gesellschaft zufolge nahm Atta unter anderem 1996 und 1997 an Seminaren im Jagdschloss Glienicke bei Berlin teil. Außerdem gebe es Belege, dass er im Mai 1995 im brandenburgischen Altenhof am Werbellinsee war. Im Jagdschloss Glienicke betreute er als Tutor Studenten, die sich auf Studien in Nordafrika vorbereiteten. Der Islamist sei unauffällig und sehr zurückhaltend gewesen, bestätigte die Sprecherin der Gesellschaft. Atta sei unter dem Namen Mohammed El-Amir aufgetreten.

Die CDG ist nach eigener Darstellung eine Einrichtung für internationale Weiterbildung und Personalentwicklung. Allein im vergangenen Jahr hätten etwa 40 000 Menschen aus aller Welt an den Programmen teilgenommen. Neben Atta seien vermutlich keine anderen Islamisten unter den Teilnehmern gewesen, sagte die Sprecherin. "Wir gehen nicht davon aus. Wir haben die Namen gegengecheckt."

Atta war in den 90er Jahren als Student an der Technischen Universität Hamburg-Harburg eingeschrieben. Im Frühjahr 1999 schloss der damals 33-Jährige seine Diplomprüfung im Fachbereich Stadtplanung ab. Im Mündlichen bekam er die Bestnote 1,0, für die Diplomarbeit erhielt er eine 1,7.

Laut "Tagesspiegel" hatte sich Atta bei der CSG als Student mit einem Projektvorschlag für die Altstadt von Kairo beworben. Er habe auch an Seminaren in Benediktbeuern (Bayern), Bad Bevensen (Niedersachsen) und Oer-Erkenschwick (Nordrhein-Westfalen) teilgenommen. Die Sprecherin sagte, diese Angaben seien "realistisch". Atta leitete demnach 1998 auch ein Seminar der Carl Duisberg Gesellschaft in Thüringen.

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