Von den Aktienmärkten abgekoppelt
Seitwärtsbewegung des Euro erwartet

Der Euro wird nach Einschätzung von Devisenanalysten in den kommenden Tagen seitwärts zum US-Dollar notieren. In den kommenden Tagen rechnet eine Expertin mit einer Seitwärtsbewegung des Euro-Dollar-Handels.

vwd FRANKFURT. Nach wochenlangem Gleichlauf habe sich der Euro-Dollar-Kurs von den Aktienmärkten abgekoppelt und zuletzt ein dynamisches Eigenleben entwickelt, erläutert Alexandra Bechtel von der Commerzbank. Vergangenen Montag seien die US-Dollar-Verluste der Vorwochen deutlich korrigiert worden. Danach habe die europäische Gemeinschaftswährung jedoch schnell wieder Boden gutmachen können, obwohl der Dow Jones am Mittwoch den höchsten Tagesgewinn seit über zwei Jahren verzeichnete.

Die Tatsache, dass steigende Aktienmärkte den Dollar nicht stützen konnten, mache den Greenback noch anfälliger für Kursverluste, fügt Bechtel hinzu. In den kommenden Tagen rechnet sie jedoch mit einer Seitwärtsbewegung des Euro-Dollar-Handels. Angesichts der Wertverluste der vergangenen Tage dürften Marktteilnehmer zurückhaltend agieren und erst einmal abwarten, erklärt sie. Die anstehenden Wirtschaftsdaten dürften den Blickwinkel zudem wieder stärker auf die Fundamentaldaten lenken. Die erwartete Handelsspanne beziffert die Analystin auf 0,9880 bis 1,0200 $.

Thomas Meißner von der DZ Bank meint, der Euro habe sich charttechnisch die Voraussetzungen für einen erneuten Anstieg geschaffen. Allerdings dürfte bezweifelt werden, dass die Gemeinschaftswährung von einer nachhaltigen Aufwertungswelle erfasst werde. Meißners Ansicht nach muss der jüngste Euro-Anstieg nach wie vor auf die Dollar-Schwäche zurückgeführt werden. Diese beruhe auf der Vertrauenskrise an den US-Finanzmärkten und den massiven Kursverlusten. Sollte es zu einer Beruhigung kommen, dürfte der Dollar wieder an Wert zulegen.

Die in der kommenden Woche anstehenden Konjunkturdaten sollten allerdings kaum Anlass für übertriebenen Optminismus geben, fügt der DZ-Bank-Experte hinzu. Sowohl das US-Verbrauchervertrauen als auch der ISM-Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes würden rückläufig erwartet. Die erste Schätzung des US-Bruttoinlandsproduktes für das zweiten Quartal dürfte einen deutlich verringerte Zuwachsrate vorweisen als im Jahresanfangsquartal. Auch der für Ende der Woche anstehende US-Arbeitsmarktbericht für Juli sollte keine durchgreifende Besserung anzeigen. Die DZ Bank erwartet eine Handelsspanne von 0,9830 bis 1,0200 $.

Den Yen sehen die Experten weiter auf Höhenflug. Noch sei die Gefahr nicht gebannt, dass der Yen sich weiter aufwerte, sagt Bechtel. Damit blieben Interventionen möglich. Meißner rechnet damit, dass Interventionsspekulationen die Yen-Stärke begrenzen sollten. Die Commerzbank-Analystin und der DZ-Bank-Experte erwarten beide eine Range von 115,00 bis 118,00 JPY.

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