Von der Angebotskalkulation bis zum Wiederverkauf
Mehr Transparenz durch elektronische Unterstützung

Eine Homepage ist für eine Leasinggesellschaft heute genau so selbstverständlich wie die Visitenkarten für ihren Außendienst. Noch vor wenigen Jahren, in den Zeiten des sprichwörtlichen Internet-Hypes, hielten es die meisten Gesellschaften für ausreichend, im World Wide Web präsent zu sein und auf der Homepage über Produkte und Dienstleistungen zu informieren.

NEU-ISENBURG. Inzwischen aber haben viele Anbieter die strategische Bedeutung des Internets erkannt und ihren Online-Auftritt um spezielle Funktionalitäten für ihre Kunden erweitert.

Denn durch die elektronische Unterstützung von Geschäftsabläufen lassen sich Prozesse optimieren und die Servicequalität verbessern. Dies führt letztlich zu mehr Effizienz sowohl auf der Kunden- als auch auf der Anbieterseite. Die Kosten- und Zeitersparnis, die erzielt werden kann, erhöht wiederum die Kundenzufriedenheit.

Bei der Entwicklung der Internet- Services stand nicht die Erfindung neuer Angebote für den sehr wettbewerbsintensiven Leasingmarkt, sondern der konkrete Kundennutzen im Mittelpunkt. Das Web-Reporting war der erste Schritt bei der Erweiterung des Online-Auftritts und ist für führende Fuhrparkleasing- und Flottenmanagementanbieter mittlerweile "State of the Art".

Ein kostenbewusstes Fuhrparkmanagement bedarf eines effizienten Reportinginstruments. Der Fuhrparkverantwortliche muss jederzeit alle Detailinformationen für die Steuerung seiner Flotte zur Verfügung haben. Die Vorteile, die das Medium Internet hier bietet, liegen auf der Hand: Die Daten können zu jedem Zeitpunkt und von jedem Rechner aus tagesaktuell abgerufen werden, ohne dass eine spezielle Software benötigt wird. Denn die Fuhrparkdaten des Kunden verbleiben auf dem Server der Leasinggesellschaft und können nur von registrierten Benutzern, die sich mit Passwort und Benutzercode ausgewiesen haben, in einem geschützten Bereich eingesehen werden.

Der Benutzer kann mit dem System seine Fahrzeug- und Vertragsdaten abfragen und sich mit vorkonfigurierten Reports beispielsweise Tankvorgänge, Schadenstatistiken oder durchgeführte Wartungs- und Reparaturarbeiten anzeigen lassen. Mit Hilfe von Abweichungsanalysen kann er ungewöhnlich hohe Kosten, z.B. beim Kraftstoffverbrauch, durch Reparaturen oder durch Unfälle, frühzeitig erkennen und gezielt gegensteuern. Die optimalen Ersatzzeitpunkte von Fahrzeugen lassen sich leichter bestimmen und die Bestellungen von neuen Firmenwagen so frühzeitig auslösen, dass die kostenintensive Überbrückung von Lieferzeiten durch Mietwagen meist entfallen kann.

Leistungsfähige Reportingsysteme bieten darüber hinaus die Möglichkeit, individuelle Reports zu erstellen. So kann der Fuhrparkverantwortliche auch bei spezifischen Fragestellungen gezielt Analysen nach seinem Bedarf vornehmen.

Für ein international tätiges Unternehmen, das mit einem Anbieter länderübergreifend zusammenarbeitet, ist es wichtig, dass das Reportingsystem in unterschiedlichen Sprachen verfügbar und gegebenenfalls auch mehrwährungsfähig ist. Nur so kann das Unternehmen die Auswertungen für die einzelnen Länder vergleichen und die Daten ohne einen großen Aufwand konsolidieren. In der Praxis hat es sich darüber hinaus in vielen Fällen bewährt, wenn sich verschiedene Nutzergruppen definieren lassen, so dass bestimmte Datenbereiche und Auswertungen nur einem limitierten Nutzerkreis zur Verfügung stehen.

Effizienz und Qualität lassen sich aber nicht nur durch eine solche Einzellösung für das Controlling steigern. Um im Wettbewerb die Nase vorn zu behalten, arbeiten führende Anbieter intensiv an Online- Lösungen für die gesamte Prozesskette, von der Angebotserstellung und Beschaffung über die Verwaltung der Fahrzeuge während ihrer Einsatzzeit bis hin zur Wiedervermarktung. Mittlerweile bieten einige Gesellschaften ihren bestehenden und potenziellen Kunden auch die Möglichkeit, Leasingangebote online zu erstellen und die Fahrzeuge über das Internet zu bestellen.

Das Herzstück web-basierter Systeme für die Kalkulation von Leasingangeboten ist ein Fahrzeugkonfigurator, der sämtliche Modelle aller Automobilhersteller sowie deren komplettes Angebot an Sonderausstattungen umfasst. Sowohl der Fuhrparkleiter als auch die dienstwagenberechtigten Mitarbeiter können Fahrzeuge damit direkt auf dem Bildschirm konfigurieren. Bei bestehenden Kunden berücksichtigt der Konfigurator dabei die unternehmenseigene Firmenwagenordnung, wenn diese vorab im System hinterlegt wurde. Das heißt, dass der Mitarbeiter bei der Angebotskalkulation nur die Modelle und Sonderausstattungen auswählen kann, die die Dienstwagenregelung für seine Position vorsieht.

Oder der Mitarbeiter kann sich bei der Zusammenstellung seines Fahrzeugs nur innerhalb einer maximalen Leasingrate, die in der Firmenwagenordnung definiert ist, bewegen. Ist für die dienstwagenberechtigten Mitarbeiter die Möglichkeit einer Eigenbeteiligung für einen höheren Ausstattungsumfang vorgesehen, so ist es sinnvoll, wenn das System den überschüssigen und vom Mitarbeiter selbst zu tragenden Betrag gesondert ausweist.

Damit die Raten zuverlässig und individuell kalkuliert werden, sind neben der Firmenwagenordnung in solchen Systemen weitere kundenspezifische Voreinstellungen hinterlegt, wie der vereinbarte Serviceumfang, die individuellen Leasingkonditionen sowie eventuell Neuwagenrabatte, die das Unternehmen bei bestimmten Autohäusern erhält. Es versteht sich von selbst, dass eine solche Anwendung in einem geschlossenen Extranet-Bereich liegen muss und nur über Benutzercode und Passwort zugänglich ist.

Hat der Nutzer sich für ein Angebot entschieden und es bestätigt, so werden die Angebote als Bestellung entweder direkt oder über den Fuhrparkverantwortlichen an die Leasinggesellschaft weitergeleitet. Sendet der Fahrer die Bestellung an den Fuhrparkleiter, so kann dieser die Bestellung einsehen, ggf. Änderungen vornehmen und sie nach Freigabe an die Leasinggesellschaft übermitteln. Nach Überprüfung der Daten und Unterzeichnung des Leasingvertrags veranlasst die Leasinggesellschaft die Fahrzeugbestellung über den Händler.

Wenn in Zukunft die digitale Signatur Einzug in die Geschäftswelt hält, kann der Bestellvorgang komplett über das Internet abgewickelt werden. Den Bestellstatus kann der Nutzer übrigens auch nach der Bestellung jederzeit im System überprüfen.

Die Möglichkeit, den Dienstwagen selbst am Bildschirm zu konfigurieren, verringert den Zeitaufwand für die Mitarbeiter, da sie die gesamte Palette der ihnen zur Verfügung stehenden Modelle und Ausstattungen einsehen und verschiedene Varianten durchspielen können, ohne dafür Prospektmaterial bei verschiedenen Herstellern oder Autohäusern anfordern zu müssen. Gleichzeitig entlastet die Angebots- und Bestellabwicklung über das Internet den Fuhrparkleiter, weil die Fahreranfragen zu zulässigen Modellen und Ausstattungen, Leasingraten und auch zum Lieferstatus wegfallen.

Für den Fuhrparkleiter sollten Systeme zur Angebotskalkulation und Fahrzeugbestellung erweiterte Nutzungsmöglichkeiten vorsehen, die ausschließlich ihm zur Verfügung stehen: Um Kostenvergleiche zu ermöglichen, sollte der Fuhrparkleiter im Gegensatz zu den Fahrern die Möglichkeit haben, bei der Kalkulation von Angeboten die Firmenwagenordnung unberücksichtigt zu lassen und den Dienstleistungsumfang zu variieren.

So kann er beispielsweise ermitteln, ob ein bestimmtes Fahrzeug günstiger als die Fahrzeuge der Dienstwagenordnung ist oder ob die Leasinggesellschaft Services kostengünstiger erbringen kann als das Unternehmen selbst. Außerdem hat er die Möglichkeit, zwischen den eigenen Einkaufskonditionen und denen des Leasinggebers zu vergleichen.

Internet senkt Wiedervermarktungskosten der Gebrauchtwagen

Auch am Ende der Wertschöpfungskette, bei der Wiedervermarktung, ist das Internet inzwischen nicht mehr wegzudenken. Die Leasinggesellschaften haben längst Gebrauchtwagenbörsen auf der eigenen Homepage eingerichtet. Oder sie nutzen die großen Online-Börsen und gewerbliche Fahrzeugauktionen im Internet für den Verkauf der Leasingrückläufer.

Das Internet hat dazu beigetragen, die Wiedervermarktungskosten der Gebrauchtwagen zu senken und die durchschnittlichen Standzeiten zu verkürzen. Die Bedeutung, die dem Internet damit für die Stabilisierung der Ertragssituation bei der Wiedervermarktung zukommt, ist in Zeiten eines stagnierenden Gebrauchtwagenmarktes nicht hoch genug zu bewerten.

Künftig wird es darum gehen, auch die Prozesse, in die ein Leasingfahrzeug während seiner Nutzungsphase involviert ist, im Internet abzubilden. Die Entwicklung von effizienten Systemen für die Direktkommunikation mit den Fahrern oder gar für eine vollständig internetgestützte Fuhrparkverwaltung sind die Ziele, die die Leasinggesellschaften für die Zukunft anvisieren.

Da die Prozesse sehr vielfältig sind, besteht die Herausforderung darin, die vielen Beteiligten miteinander zu vernetzen. Die Leasinggesellschaft muss nicht nur Schnittstellen zu Fuhrparkleitern und Fahrern einrichten, sondern auch zu den Autohändlern, Werkstätten, Reifenhändlern, Steuerbehörden, GEZ-Zentrale, Versicherungen und anderen Partnern. Die erfolgreiche Digitalisierung dieser Abläufe erfordert ein Maximum an Prozessqualität. Damit schafft die Gesellschaft nicht nur administrative Entlastung für Leasingnehmer und Leasinggeber, sondern auch eine Erhöhung der Qualität.

_______________

Bernd Köhler ist Marketing Manager bei Avis Fleet Services, GE Capital Services GmbH, Neu-Isenburg.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%