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Von der Grabkerze zum Licht der Hoffnung

Amazons Quartalzahlen scheinen auf den ersten Blick nur eine weitere Kerze auf dem Grab der Dotcoms zu sein.Schließlich liegt der Umsatz deutlich am unteren Rand der Erwartungen.

Wer genauer hinsieht, entdeckt aber ein helles Licht der Hoffnung. Denn die Entwicklung der Verlustspanne zeigt eine geradezu sensationelle Entwicklung. Gerade noch 7 Cents Verlust fährt der größte E-Händler der Welt bei jedem Dollar Umsatz ein. Das Zauberwort "Break-even" rückt in greifbare Nähe.

Diese Entwicklung war so nicht erwartet worden. Schließlich hatte Amazon-Chef Jeff Bezos alles getan, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. So zählten Gartengrills für die Ex-Boxer George Foreman (bekennender Fan hausgemachter Hamburger) seinen Namen hergab, in der weihnachtlichen Einkaufssaison zu Amazons Verkaufsschlagern. Doch diese Expansion bezahlte der Online-Versender mit hohen Investitionen und einer Flut von Sonderangeboten, die eigentlich schwarze Zahlen in weite Ferne treiben sollten. Auch die Kooperation mit dem Spielzeughändler Toys'R'Us sorgte für Kritik: Ohne den klassischen Handelskonzern hätte Amazon kaum Zuwachs an Seitenabrufen verzeichnet.

Doch die Nörgler und Kritiker behielten Unrecht: Amazon scheint auf einem guten Weg zu sein. Geht dem Vorzeige-Dotcom Mitte des Jahres nicht das Geld aus - und auch das prophezeien die Schwarzseher - könnte im Herbst eine Sensation nahen: schwarze Zahlen. Und das dürfte für einen Kursaufschwung sorgen der die Nasdaq wieder in alte Höhen befördern könnte.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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