Von der Köln-Messe zum Football: Jacques Orthen leitet die Cologne Centurions
Kölsche Jung trifft Amerikas Nationalsport

Von der Köln-Messe zum Football: Jacques Orthen leitet die Cologne Centurions.

GELSENKIRCHEN. Ein kräftiger Klaps auf die Schulter des Verlierers - so trösten sich Männer, wenn der eine gewonnen und der andere verloren hat, im ehrlichen Wettstreit. Wie bei einer Wette. Einer Runde Golf. Oder einem Football-Spiel. Und dann sitzen sie einträchtig nebeneinander im nüchternen Presseraum der Arena auf Schalke: der Sieger Alexander Leibkind, Manager des American-Football-Teams Rhein Fire, und der Unterlegene Jacques Orthen, sein Gegenspieler bei den Cologne Centurions.

26:25 siegte Rhein Fire, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, am vergangenen Sonntag gegen den Neuling aus Köln zum Saisonauftakt der NFL Europe. Aber am Ostersamstag steht die wichtigere Premiere der Centurions an: Im ersten Heimspiel gegen Frankfurt Galaxy wird sich zeigen, wie groß das Interesse für den amerikanischen Sport rund um den Dom ist.

"Wenn 15 000 kommen, wäre das schon schön", sagt Centurions-Chef Orthen, und in seinem Dialekt dominiert kölsches Timbre, jenes wohnzimmersofagemütliche Schwingen, dass einen glauben lässt, "et hätt noch immer alles joot jejange", was joot jehen sollte. Doch hinter der Fassade steckt, auch typisch kölsch, eine Portion Gift: Der "Ehrgeiz, mich noch einmal zu beweisen", treibt Orthen an.

Denn mit 58 ereilte ihn ein Wink mit dem Flutlichtmast in Richtung Ruhestand: Auf einen Altersteilzeit-Vertrag einigte er sich mit seinem Arbeitgeber, der Köln Messe. Für die arbeitete er 32 Jahre, zuletzt als Werbeleiter und Verantwortlicher für die Internationale Möbelmesse.

Als "begeisterungsfähig" schildern ihn Mitarbeiter der Köln Messe, als einen, der auch mal unkonventionelle Wege wählt. Der Ur-Kölner hat sich hochgearbeitet, erst Werbefachschule, dann die renommierte Agentur McCann. Seine Hauptaufgabe waren über Jahre die "Herren-Modewoche" und die "Inter-Jeans". Als Köln beide verlor, "wurden bei mir Kapazitäten frei", umschreibt es Orthen. Da traf es sich gut, dass die NFL Europe anklopfte: Die Messe stellte Orthen für zwei Jahre frei.

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