Von der Waffenschmiede zum High-Tech-Konzern: Unaxis hat neue Produkte in der Pipeline

Von der Waffenschmiede zum High-Tech-Konzern
Unaxis hat neue Produkte in der Pipeline

Die Schweizer Unaxis beendete den Wandel von der Waffenschmiede zum High-Tech-Konzern wenige Monate vor dem Ende des Börsenbooms im Jahr 2000. Jetzt hoffen die Verantwortlichen der früheren Oerlikon-Bührle auf einen neuen Aufschwung. Davon sollten auch die Aktionäre profitieren.

ef ZÜRICH. Immer wieder wurden die Aktionäre der Unaxis Holding AG aus Zürich enttäuscht. Zunächst war in den siebziger und achtziger Jahren mit der Wehrtechnik nichts mehr zu verdienen und auch die zugekauften Aktivitäten erwiesen sich zum größten Teil als Flops. Wer Aktien des damals unter Oerlikon-Bührle Holding AG firmierenden Konzerns hielt, besaß ein ertragsloses Investment.

Die entscheidende Kursänderung ist dem heutigen Verwaltungsratspräsidenten Willy Kissling zu verdanken. Er setzte die Vision eines High-Tech-Konzerns um, wobei die deutsch-liechtensteinische Balzers-Leybold den Kern bildete. Verkauft wurden in kurzen Abständen u. a. der Schuhkonzern Bally, die Wehrtechnik, die Pilatus Flugzeugwerke und zahlreiche Immobilien. Unaxis konzentriert sich heute auf Anlagen und Dienstleistungen für die Informationstechnologie wie Halbleiter, Datenspeicher und Displays.

Durch den Verkauf vieler Aktivitäten kann Unaxis auch einem rauen Konjunkturwind widerstehen. Dies ist notwendig, wie der gerade veröffentlichte Einbruch des Auftragseingangs 2001 um 39 % auf 1,58 Mrd. Schweizer Franken (sfr) unterstreicht. Dank der Sparten Oberflächentechnik sowie Komponenten und Spezialsysteme lag der Umsatz nur 7 % niedriger bei 2,13 Mrd. sfr. In der zweiten Jahreshälfte rechnet Unaxis mit einer Nachfragestabilisierung.

51 Prozent eingebüßt

Dank des Konzernumbaus und der Hausse der High-Tech-Aktien verfünffachten sich die Unaxis-Titel zwischen 1996 und 2000 bis auf 512 sfr. Von da an ging?s aber bergab. Im schwierigen Börsenjahr 2001 büßten die Titel 51 % ihres Wertes ein und schlossen das Jahr mit einem Kurs von 179 sfr ab. Auch zu Beginn dieses Jahres setzte sich der Abwärtstrend bisher fort. Dank der eingeleiteten Kostensenkungen soll Unaxis jedoch 2002 wieder mit einem positiven Betriebsergebnis abschließen.

In letzter Zeit mehren sich auch unter den Schweizer Bankanalysten die Stimmen, die die Aktien zum Kauf empfehlen. In der jüngsten Studie der Privatbank Pictet & Cie. wird die schon früher ausgesprochene Empfehlung mit einem Kursziel von 250 sfr wiederholt. Diese Kaufempfehlung begründet das Genfer Institut mit der führenden Rolle, die Unaxis sich in der Informationstechnologie erarbeitet hat. Trotz des Abwärtszyklus 2001/02 böten die Sparten Oberflächentechnik sowie Komponenten und Spezialsysteme genügend Chancen, schreibt Amy Ils.

Geräte der nächsten Generation

Eine weitere Stärke sieht Ils in dem einzigartigen Portfolio von Geräten der nächsten Generation. Gegenwärtig werden die Unaxis-Aktien nach Ansicht von Ils mit einem Abschlag von 65 % bezogen auf die Summe der Einzelteile an der Börse bewertet.

Auch die Bank Vontobel AG empfiehlt die Aktien zum Kauf. Analyst Bruno Winiger geht aufgrund des Lagerzyklus und einer neuen Generation von Siliziumscheiben (Wafer) von einer stabileren Nachfrage aus. Unaxis ist nach Ansicht des Vontobel-Analysten für den kommenden Aufschwung sehr gut positioniert. Er verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Display-Technologie, interaktive Systeme, optische Komponenten oder die Oberflächentechnik. Zudem seien zahlreiche neue Produkte in der Entwicklungspipeline.

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