Von Niedersachsen in die Ukraine
Odyssee der Geiselgangster: Protokoll einer Flucht

Es begann als Überfall auf eine Sparkasse in der niedersächsischen Provinz und wurde zu einer der spektakulärsten Verfolgungsjagden der deutschen Kriminalgeschichte.

dpa HAMBURG. Auf ihrer Flucht haben die Geiselnehmer von Wrestedt mehrere Bundesländer durchkreuzt, Polen gequert und sind in die Ukraine gefahren: eine Odyssee von weit über 1 000 Kilometern. Basierend auf Angaben der Polizei werden nachfolgend die Stationen der Flucht dokumentiert.

Dienstag, 18.33 Uhr: Überfall auf die Sparkasse in Wrestedt. Drei bewaffnete Täter dringen in die Bank und halten zwei weibliche Bankangestellte in Schach.

18.48 Uhr: Drei Polizeibeamte treffen am Tatort ein. Die Bankräuber erpressen von den Polizisten die Herausgabe ihrer Waffen.

19.05 Uhr: Die Bankräuber fahren mit ihren Geiseln in einem silberfarbenen Seat mit Marburger Kennzeichen in Richtung Uelzen.

19.30 Uhr: An der Anschlussstelle Soltau Ost fahren die Gangster auf die A7. Dabei schießen sie mehrfach aus dem Beifahrerfenster, um ihre Verfolger abzuschütteln.

21.14 Uhr: Die Polizei beobachtet, wie die Geiselnehmer auf die A24 in Richtung Berlin rasen.

22.04 Uhr:

An der Raststätte Stolpe (Mecklenburg-Vorpommern) halten die Männer, um zu tanken.

23.18 Uhr: Das Auto fährt auf die A2 in Richtung Magdeburg. Dann ein neuer Richtungswechsel, es geht in Richtung Frankfurt (Oder).

Mittwoch, 0.19 Uhr: Die Gangster überqueren bei Frankfurt (Oder)/Slubice die deutsch-polnische Grenze. Sie bedrohen die Grenzer mit Waffen und werden durchgelassen. Deutsche Polizisten folgen.

6.00 Uhr: Die Gangster haben ihre Route nach Süden verlassen und fahren erneut mit hoher Geschwindigkeit Richtung Osten. In Radom geben sie mehrere Schüsse in die Luft ab, um freie Fahrt zu erzwingen.

9.45 Uhr: Tankstopp im ostpolnischen Piaski. Der 39 Jahre alten Geisel gelingt die Flucht. Die Polizei bringt die unter Schock stehende, aber unverletzte Frau nach Lublin. Die Geiselnehmer setzen mit der 25 Jahre alten Frau die Flucht in Richtung Osten fort.

10.55 Uhr: Die Geiselnehmer überqueren bei Dorohusk-Jahodyn die polnisch-ukrainische Grenze. Sie nehmen danach Kurs auf Lwow.

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