Von Oracle-Zahlen gestützt
Europäische Börsen schließen überwiegend freundlich

Die europäischen Börsen haben am Dienstag nach Händlerangaben von über den Erwartungen liegenden Quartalszahlen des US-Softwarekonzerns Oracle profitiert und überwiegend freundlich geschlossen.

Reuters. Das Ergebnis des US-Software-Konzerns Oracle habe Hoffnungen für eine baldige Erholung des Technologiesektors geweckt, sagten Händler. Der zweitgrößte Softwarehersteller der Welt hat für das vierte Quartal 2000/2001 einen Gewinn ausgewiesen, der über den nach unten revidierten Prognosen von Analysten lag. Oracle-Chef Larry Ellison zeigte sich bei der Vorlage der Zahlen am Montag nach US-Börsenschluss außerdem optimistisch, dass das Unternehmen bei einer Konjunkturerholung zu den starken Wachstumsraten der Vergangenheit zurückkehren könne.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte kurz vor Börsenschluss in Frankfurt mit 0,43 % im Plus bei 4 034 Zählern, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,69 % auf 4 197 Zähler stieg.

Die New Yorker Aktienmärkte zeigten sich im Verlauf ebenfalls freundlich. Der Dow-Jones-Index legte um 0,2 % auf 10 665 Punkte zu, während der Nasdaq-Index um 1,6 % auf 2 021 Punkte kletterte.

London - Fester mit Gewinnen bei Software-Werten

Die Londoner Börse hat den Handel mit leichten Gewinnen beendet. Der FTSE-Index legte um 0,2 % auf 5 680 Punkte zu. Von den Oracle-Zahlen hätten vor allem Software-Werte profitiert, sagten Händler. Auch Bankaktien hätten sich von den jüngsten Verlusten erholt und überwiegend fester gezeigt. "Die Banken hatten einen schrecklichen Vorwochen-Schluss, daher sind einige Kursanstiege gerechtfertigt", sagte ein Händler. Die Titel der Royal Bank of Scotland stiegen um mehr als zwei Prozent, die von Lloyds TBS um rund ein Prozent. Deutlich im Abwind lagen die Aktien des Telekomunternehmens Colt Telecom, die um 6,5 % verloren. Händler führten dies auf negative Nachrichten der US-Technologiegesellschaften North American Communications sowie 360networks zurück.

Zürich - Von Novartis belastet

Deutliche Verluste bei den Aktien des Pharmakonzerns Novartis haben am Dienstag die Schweizer Börse belastet. Händler sagten, die unerwartete Zurückweisung des Zulassungantrags für das Reizdarmmedikament Zelnorm in den USA habe Novartis bei großen Umsätzen unter Druck gebracht. Novartis sackten 7 % ab auf 63,10 sfr. Damit habe Novartis den Blue Chip Index SMI um rund 100 Punkte nach unten gezogen. Diese Verluste seien zum Teil durch die Gewinne der Großbanken etwas aufgefangen worden. Der SMI schloss um 0,67 % tiefer auf 7 269,5 Zählern.

Paris - Freundlich - Vorsichtiger Handel

Die Pariser Börse hat sich nach den Oracle-Zahlen freundlich gezeigt. Die Investoren hätten allerdings wegen der Unsicherheit über den Zinsbeschluss der US-Notenbank in der kommenden Woche vorsichtig agiert, sagten Händler. Der CAC 40-Index schloss um 0,76 % höher bei 5 199 Zählern. Gegen den Trend fielen die Aktien der am Nouveau Marche notierten Highway Optical um mehr als 18 %, nachdem das Unternehmen seine Umsatzprognose gesenkt hatte.

Mailand - Fester dank technischer Erholung

Die Mailänder Börse hat freundlich geschlossen. Der Mib-30-Index legte um 0,22 % auf 36 892 Punkte zu. Es handele sich um eine technische Erholung von den Verlusten des Vortages, sagten Händler. Im Aufwind lagen vor allem Technologie- und Telekomwerte. Olivetti-Titel legten um 1,2, Eni-Aktien um 0,9 und TIM um 0,8 % zu.

Madrid - Erholung von Vortagesverlusten

Die spanischen Aktien haben sich von den Vortages-Kursrückgängen leicht erholt. Die Sorgen über eine Abwertung des argentinischen Peso, die am Montag die Kurse auf breiter Front gedrückt hätten, hätten nachgelassen, sagten Händler. Der Ibex 35-Index schloss um 0,3 % höher bei 9 047 Punkten. Die Aktienkurse der in Argentinien engagierten Banken Banco Santander Central Hispano und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria legten um 0,9 beziehungsweise um 1,1 % zu.

Amsterdam - Gucci belastet

Die Gewinnwarnung des Luxusgüter-Herstellers Gucci hat am Dienstag die niederländischen Aktienwerte belastet. Der AEX-Index beendete den Handel mit 0,5 % im Minus bei 556,13 Punkten. Gucci-Aktien fielen um 5,3 % auf 96,25 ?. Der Luxusgüter-Produzent hatte zuvor mitgeteilt, auf Grund höherer Verluste bei der französischen Tochter Yves Saint Laurent würden Umsatz und Betriebsergebnis unter den jüngsten Prognosen ausfallen. Die Technologiewerte entwickelten sich uneinheitlich.

Wien - Wenig verändert

An der Wiener Börse war am Dienstag Händlern zufolge wenig los. "Der Funke ist nicht übergesprungen", sagte ein Händler. Der ATX schloss um 0,3 % höher auf 1 236,23 Punkten. Die Titel des Versorgers EVN ragten mit einem Anstieg von 2,5 % auf 37,01 ? hervor. Händler sehen den EVN-Anstieg in der Tatsache begründet, dass der Verkauf des Paketes der Verbund nun offiziell ist. Die über 50-prozentige Prämie, die an Verbund bezahlt wurde, habe die Unterbewertung von EVN wieder deutlich zu Tage gefördert.

Brüssel - Richtungsloser Handel

Die belgischen Aktienwerte haben nach Händlerangaben bei richtungslosem Handel in engen Grenzen uneinheitlich tendiert. Der Bel 20-Index schloss mit 0,12 % im Minus bei 2 810 Punkten. Die Titel des Indexschwergewichts Fortis legten um 0,33 % auf 27,76 ? zu. Die Anteilsscheine von Colruyt und Tessenderlo fielen um 1,57 % beziehungsweise 2,44 %, nachdem angekündigt worden war, dass beide Aktien aus dem Euronext 150-Index herausgenommen werden.

Stockholm - Leichter

Die Stockholmer Börse präsentierte sich leichter. Der OMX-Index notierte am Abend um 0,13 % tiefer bei 850 Zählern. Die Titel des Luft- und Raumfahrtherstellers Saab legten um rund 6 % zu, nachdem die Gesellschaft einen Auftrag von Airbus erhalten hatte. Die Aktien des Elektronikkonzerns Electrolux gaben um mehr als fünf Prozent ab, nachdem das Unternehmen bekannt gab, möglicherweise eine sinkende Nachfrage in den USA zu erwarten. Die Titel des Internet-Beraters Enea fielen mehr als 30 %, nachdem die Gesellschaft ihre Gewinnprognose nach unten revidiert hatte.

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