Von Risiken und Ratings
Basel II und die Sorgen des Mittelstands

Viele Mittelständler zucken vor Schreck zusammen, wenn sie den Begriff "Basel II" hören. Kredite könnten für sie unbezahlbar werden - der Spielraum zur Finanzierung von Investitionen wird bedrohlich eng.

ws DÜSSELDORF. Viele mittelständische Unternehmen fürchten, dass sich Kredite für sie künftig verteuern und damit ihr Spielraum zur Finanzierung von Investitionen schrumpft. Anlass dazu liefert ihnen das Stichwort "Basel II", das für die seit 1999 geführte Diskussion über die Neugestaltung der Eigenkapitalvorschriften für Kreditinstitute steht: Mit dem Ziel, die Stabilität des internationalen Finanzsystems zu erhöhen, sollen die Risiken im Kreditgeschäft besser erfasst und die Eigenkapitalvorsorge der Kreditinstitute risikogerechter gestaltet werden.

Bisher müssen Banken und Sparkassen in Deutschland jeden Firmenkredit einheitlich zu acht Prozent mit Eigenkapital unterlegen. Ab 2006 wird sich die Eigenkapitalunterlegung der Kredite international nach ihrem jeweiligen Ausfallrisiko richten: Je höher es ist, desto mehr Eigenkapital muss das Institut vorhalten - und desto teurer wird der Kredit für den Kunden. Um das Risiko festzustellen, muss jeder Kreditnehmer und Kredit geprüft und in eine Risikoklasse eingeteilt werden. Dieses "Rating" bestimmt dann über die Konditionen für den Kreditnehmer.

Nach dem jüngsten Stand der Verhandlungen über "Basel II" könnten Firmenkredite bis zu einer Million Euro allerdings dadurch bevorzugt werden, dass sie nur mit der Hälfte des sonst üblichen Eigenkapitalbedarfs unterlegt werden müssen.

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