Von Schülern angezeigt
Lehrerin zeigte Verständnis für Anschläge in den USA

Die Pädagogin an der Grundschule in Radebeul bei Dresden ist vom Dienst beurlaubt worden, weil sie nach den Terroranschlägen in den USA während des Unterrichtes Verständnis für die Gewalttaten gezeigt haben soll.

ap DRESDEN. Ein Sprecher des Kultusministeriums in Dresden bestätigte am Mittwoch auf Anfrage einen entsprechenden Bericht der "Sächsischen Zeitung" (Mittwochausgabe). Es ist der zweite Vorfall dieser Art in Sachsen nach den Anschlägen vom 11. September. Das Blatt beruft sich auf das Regionalschulamt in Dresden.

Die Behörde habe bei ihrer Entscheidung darauf hingewiesen, dass von Lehrern Loyalität gegenüber dem Grundgesetz und dem Freistaat erwartet werde, hieß es weiter. Die Interessen der Kinder würden in solchen Fällen höher bewertet als das Recht des Lehrers auf freie Meinungsäußerung. Ein Sprecher des Regionalschulamtes Dresden betonte, dass Schüler den Fall, der am Freitag vergangener Woche passiert wäre, angezeigt hätten.

Endlich ein Denkzettel

Die Pädagogin müsse sich nun im Rahmen einer Anhörung zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen äußern. Auch an einem Gymnasium im erzgebirgischen Hohenstein-Ernstthal ist eine Lehrerin vom Dienst beurlaubt worden. Sie soll nach den Anschlägen gesagt haben, dass die USA endlich einen Denkzettel bekommen hätten. Warum würden sie sich auch überall einmischen, habe sie hinzugefügt.

Der Bürgermeister der Stadt, Erich Homilius, sagte auf Anfrage, dass es verschiedene Äußerungen von Bürgern im Internet und in der Lokalpresse gebe, die in die gleiche Richtung gingen. Das seien aber absolute Einzelfälle. Das Verhalten der Lehrerin sei auf keinen Fall zu akzeptieren. Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, und dazu gehörten auch Pädagogen, müssten sich verfassungskonform verhalten. Es könne nicht angehen, dass eine Lehrerin als Multiplikatorin solche Anschläge, wie sie in den USA passiert seien, indirekt für legitim erkläre.

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