Von Schuhcreme-Bergen bis zum Motorrad der Luxusklasse
Die kuriosesten Fälle öffentlicher Verschwendung

Durch schlampiges Haushalten entstehen dem Bund jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Am Dienstag stellte der Bundesrechnungshof in Berlin wieder 86 Beispiele öffentlicher Verschwendung vor.

afp BERLIN. Wir dokumentieren nachfolgend eine Auswahl besonders kurioser Fälle des vergangenen Jahres:

SCHUHCREME UND UNIFORM: Eine Wehrbereichsverwaltung der Bundeswehr hortete 98 Tonnen schwarzer Schuhcreme und Unmengen von Schuhsohlen. Eine Menge, die einem Sechsjahrsbedarf für jeden Soldaten dieses Wehrbereiches entspricht. Würde die Verwaltung bessere Verfahren für die Beschaffung anwenden und die Vorräte stark verringern, ließen sich laut Rechnungshof mehrere Millionen Mark sparen. Auch die Dienst- und Ausgehuniformen der Wehrpflichtigen kostet die Bundeswehr jährlich rund 20 Millionen Mark. Ein teurer Spaß, weil die Uniformen nur selten getragen und oft sogar ungenutzt zurückgegeben werden.

UNTAUGLICHE DIESELMOTOREN: Die Marine wechselte seit dem Jahr 1989 die Außenbordmotoren ihrer Schlauchboote aus, weil sie von Benzin auf Diesel umsteigen wollte. Doch die Investition in Höhe von mehr als vier Millionen Mark waren schlecht angelegt: Die neuen Motoren waren mit mehr als 100 Kilogramm viel zu schwer und beeinträchtigten die Handhabung zu Lande und das Manöver auf See - was schließlich sogar die Boote beschädigte.

LUXUSMOTORRAD: Das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung förderte eine Einrichtung, die sich um die Rückkehr ehemaliger türkischer Gastarbeiter bemühte. Wegen der mangelnden Kontrollen war es möglich, dass sich ein Geschäfsführer zwei nicht vorgesehene Dienstfahrzeuge sowie ein Motorrad der Luxusklasse mit Schutzkleidung anschaffen konnte.

BILLIGER WOHNRAUM AUF SYLT: Der Bund besitzt auf der Insel Sylt rund 630 Häuser, die einst von Bundeswehrsoldaten gemietet wurden. Die Bundeswehrstandorte wurden geschlossen und die Häuser preiswert an Inselbewohner vermietet. Der Bundesrechnungshof mahnt, es sei nicht Aufgabe des Bundes, billigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Mit dem Verkauf könnten Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe zur Schuldentilgung erzielt werden. Bedenklich sei auch die derzeit praktizierte Übergangslösung, wonach der Bund die Häuser an die Gemeinden vermietet und diese wiederum an die Einheimischen untervermieten.

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