Von schwacher Nasdaq belastet
Europäische Börsen schliessen überwiegend leichter

Reuters EUROPA. Die europäischen Börsen haben am Mittwoch überwiegend leichter geschlossen. Vor allem Technologie- und Telekomwerte hätten im Sog der schwächelnden US-Computerbörse Nasdaq nachgegeben, sagten Händler. Gesucht waren dagegen defensive Aktien wie Pharma- und Finanztitel, die gegenwärtig als "sicherer Hafen" betrachtet werden. Händler sprachen von Kapitalumschichtungen aus Hochtechnologiewerten in Aktien der "alten Ökonomie". Die US-Computerbörse befindet sich seit etlichen Tagen auf Talfahrt.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz lag am Abend 0,6 % tiefer auf 4830 Zählern, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) fiel um knapp ein Prozent auf 4954 Punkte.



FTSE in London von Banken- und Pharmasektor gestützt

An der Londoner Börse büßte der FTSE-100-Index 0,16 % auf 6 334 Punkte ein. Technologiewerte standen Händlern zufolge im Mittelpunkt. Im Sog der ungünstigen Nasdaq-Entwicklung fielen dabei Sema um 1,4 %, Sage um 5,5 % und Logica um 5,7 %. "Es ist keine Frage, der Markt ist sehr nervös", sagte ein Händler. Unterstützung erhielt der Index dagegen von Pharma- und Bankenwerten. Bei den Pharmawerten stiegen Glaxo um 2,5 % und SmithKline Beecham um 2 %. Im Bankenbereich gewannen Barclays 2,2 %.



Zürich knapp behauptet

Kaum verändert ging die Schweizer Börse aus dem Markt. Der SMI-Index schloss 4,0 Zähler tiefer auf 7 945,6 Punkten. Insgesamt seien die Umsätze eher dürftig gewesen, hieß es. Zu den Substanzwerten, die dem Markt geholfen hätten, gehörten vor allem Novartis, Roche und Zurich Allied. Einzelne Finanzwerte wie Swiss Re, Baloise oder CS Group würden durch Gewinnmitnahmen lediglich etwas gebremst. UBS konsoliderten mit einem leichten Minus von 0,25 sfr auf 240,75 die jüngste Erholung.



CAC-Index sehr schwach

Die Pariser Börse hat sehr schwach tendiert. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen fiel um 1,63 % auf 6 296 Zähler. Zu den Verlieren zählten auch an dieser Börse die Telekommunikations- und Hochtechnologiewerte. So fielen France Telecom um 3,8 %, Cap Gemini um 4,8 % und Bouygues um 3,9 %. Auf der Verliererseite standen auch Accor mit einem Minus von 4,2 %. Es gebe am Markt Unsicherheit darüber, wie Accor eine mögliche Übernahme von Granada Compass finanzieren wolle, sagten Händler. Renault legten dagegen 2,9 % zu, nachdem Morgan Stanley die Gewinnerwartung bei Renault nach oben revidiert hatte.



Olivetti und Tecnos im Mittelpunkt in Mailand

Die Mailänder Börse hat sich etwas leichter präsentiert. Der MIB30-Index notierte 0,23 % niedriger auf 45 877 Zählern. Im Mittelpunkt standen Händlern zufolge die Holdinggesellschaften der Telecom Italia, Olivetti und Tecnost. Bei Olivetti und Tecnost sollten die Aktionäre über eine Vereinfachung des Management-Systems abstimmen. Olivetti sanken um 1,2 %, Tecnost um 0,6 %. Enel legten bei anhaltenden Spekulationen über eine Übernahme von Infostrada um 1,6 % zu.



Telefonica drückt den Markt in Madrid

An der Börse in Madrid fiel der Ibex-Index um 0,99 % auf 11 159 Punkte. Indexschwergewicht Telefonica habe den Markt mit einem Kursrückgang um 1,5 % belastet, sagten Händler. Den Kursrückgang von Telefonica begründeten Händler neben dem allgemeinen Druck auf den Sektor mit Gewinnmitnahmen. Stromversorger Iberdrola schloss unverändert, nachdem das Unternehmen den Einstieg in die französische Ölgrppe Eni angekündigt hatte.



AEX-Index mit geringen Verlusten

An der Amsterdamer Börse büßte der AEX-Index 0,19 % auf 668 Punkte ein. Im Einklang mit der europäischen Branchenentwicklung fielen Philips Electronics um 3,6 % und KPN Telecom um 3,8 %. ASM Lithography konnten sich dagegen um 3,7 % erholen. Am Montag und Dienstag war der Kurs der Aktie deutlich gesunken, nachdem Investoren befürchtet hatten, dass die Gesellschaft einen zu hohen Preis für die Übernahme des US-Unternehmens Silicon Valley bezahlen werde, sagten Händler. Finanzwerte ragten als defensive Titel auf der Gewinnerseite heraus.ING verteuerten sich um 1,6 %.

ATX-Index leicht gesunken

Der Wiener Aktienmarkt schloss etwas leichter. Der 22 Werte umfassende ATX beendete den Handel mit 1 168,52 (1 171,47) Punkten. Sieben Werte gingen höher, 14 Werte tiefer und ein Wert unverändert aus dem Markt. Unter Druck kamen vor allem Semperit , die auf 11,80 (12,30) Euro nachgaben. Die Deutsche Bank hatte zuvor die Aktien des Gummierzeugers von "Kauf" auf "Market Perform" herabgestuft. CyberTron gaben auf 21,00 (21,50) Euro nach. "Der Technologiesektor zeigt sich weiter sehr schwach, CyberTron spürt die schwache Nasdaq", sagte der Händler.



Brüssel knapp behauptet

In Brüssel ermäßigte sich der Bel20-Index um 0,18 % auf 3089 Punkte. Gewinnmitnahmen hätten die meisten Kurse gedrückt, sagten Händler. So verringten sich die Aktien des Versorgers Electrabel um 1,8 %. Finanztitel waren dagegen gesucht. Händler sprachen von einer Flucht aus Hochtechnologiewerten in defensive Werte. KBC Bancassurance erhöhten sich beispielsweise um gut zwei Prozent.



OMX-Index in Stockholm schwach

Schwach hat die Stockholmer Börse geschlossen. Der OMX-Index gab um 1,3 % auf 1227 Punkte nach. Am Markt stand die Aktie der Chemiegruppe Perstorp unter Verkaufsdruck, nachdem eine Investmentgesellschaft ihr Übernahmeangebot zurückgezogen hatte. Der Kurs der Perstorp-Aktie fiel auf um 34 Kronen von 84 skr. Ebenfalls belastend wirkten sich die Verluste bei Indexschwergewicht Ericsson aus. Der Wert gab um zwei skr auf 151,50 skr nach. Der finnische Konkurrent Nokia sackte um neun skr auf 394 skr ab.

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