Von Schwächen der Automobil-Konjunktur unbeeinflusst
BMW steuert 2001 erneut Rekordergebnis an

Der Autokonzern BMW hat im ersten Halbjahr die Erwartungen der Analysten übertroffen und steuert 2001 auf das zweite Rekordergebnis in Folge zu. Im zweiten Quartal steigerte der Oberklasse-Hersteller seinen operativen Gewinn auf 847 Mill. Euro nach 522 Mill.

Reuters MÜNCHEN. Der Autokonzern BMW hat im ersten Halbjahr die Erwartungen der Analysten übertroffen und steuert 2001 auf das zweite Rekordergebnis in Folge zu. Trotz der Kosten für den Anlauf der "7er"-Reihe und der Neuauflage des Kultautos "Mini" werde sich der Konzerngewinn nach dem Verkauf der verlustreichen britischen Rover Group deutlich verbessern, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit.

Im zweiten Quartal steigerte der Oberklasse-Hersteller seinen operativen Gewinn auf 847 Mill. Euro nach 522 Mill. vor Jahresfrist und war damit auch erfolgreicher als in den ersten drei Monaten. Analysten hatten im Mittel mit 787 Mill. Euro und mit maximal 840 Mill. Euro gerechnet. Die BMW-Aktie legte um bis zu 2,5 % auf 41,40 Euro zu.

Von Schwächen der Automobil-Konjunktur unbeeinflusst

Von der schwächeren Automobil-Konjunktur sind die Münchener nach Ansicht von Analysten unbeeinflusst: Im Geschäft mit Autos rechnet BMW nach eigenen Angaben damit, das operative Ergebnis von 2,38 Mill. Euro aus dem Vorjahr wiederholen zu können. Im ersten Halbjahr verdiente BMW mit den Fahrzeugen der eigenen Marke operativ 1,58 Mrd. Euro, 22 % mehr als ein Jahr zuvor. Insgesamt hat BMW mit 1,70 (2000: 0,72) Mrd. Euro operativ schon nach sechs Monaten mehr erwirtschaftet als im gesamten Jahr 2000. Im ersten Quartal hatte der Erlös von 75 Mill. Euro aus dem Verkauf eines Grundstücks das Ergebnis aus dem gewöhnlichen Geschäft auf 853 Mill. Euro getrieben.

Anlauf der 7-er-Reihe belastet folgende Gewinne

In der zweiten Jahreshälfte werden allerdings der Anlauf der neuen "7er"-Reihe und des neuen "Mini" sowie die Entwicklung von weiteren Modellen die Gewinne belasten. "Die Aufwendungen für diese Produkt- und Marken-Offensive werden in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres voll zum Tragen kommen", sagte Vorstandschef Joachim Milberg. Im September soll der "Mini", der in Großbritannien bereits erfolgreich angelaufen ist, auch auf dem europäischen Kontinent eingeführt werden, im November kommt der "7er" auf den Markt. In den kommenden Jahren sollen dazu ein neuer Rolls Royce, die kleine "1er"-Baureihe und das Freizeit- und Geländefahrzeug "X3" kommen. Dafür fällt der Rover-Verlust von 762 Mill. Euro, der das Ergebnis aus dem gewöhnlichen Geschäft 2000 noch auf 1,66 Mrd. Euro gedrückt hatte, im laufenden Jahr weg.

Umsatz kletterte um 6 Prozent auf 19,97 Milliarden Euro

Der Umsatz von BMW kletterte im ersten Halbjahr trotz des Wegfalls der Marken Rover und Land Rover um 6 % auf 19,97 (18,83) Mrd. Euro. In den Monaten April, Mai und Juni steigerte der Konzern das Volumen um fünf Prozent auf 10,61 (10,09) Mrd. Euro und übertraf damit ebenso die Prognosen, die im Durchschnitt bei 10,13 Mrd. Euro gelegen hatten. Um die beiden britischen Marken bereinigt, sei der Umsatz sogar um fast 28 % gestiegen, teilte der Konzern mit. Der Überschuss nach Steuern verdreifachte sich im ersten Halbjahr nahezu auf 934 (319) Mill. Euro. Allein im zweiten Quartal verdoppelte er sich auf 525 (232) Mill. Euro.

Verkauf von 900 000 Fahrzeugen dieses Jahr angepeilt

Der Autobauer bekräftigte die Erwartung, in diesem Jahr erstmals mehr als 900 000 (Vorjahr: 822 000) BMWs und Mini verkaufen zu können. Mehr als die Hälfte dieses Ziels seien nach den ersten sechs Monaten bereits erreicht: Bis Ende Juni wurden 459 835 Fahrzeuge ausgeliefert, 9,2 % mehr als ein Jahr zuvor. Die am meisten verkaufte "3er"-Reihe wurde BMW zufolge mit fast 277 000 Fahrzeugen (plus 5,7 %) so oft verkauft wie noch nie zuvor. Der Produktmix hat sich dabei offensichtlich verbessert: Der reine Automobil-Umsatz legte um über 19 % auf 17,43 Mrd. Euro zu.

An der Börse wurden die BMW-Zahlen freundlich aufgenommen. "BMW ist gut positioniert, und die Zukunftsaussichten sind sehr gut", sagte ein Händler. Die Aktie notierte nach einem Tageshoch von 41,40 Euro am Vormittag mit 40,96 Euro noch 1,4 % über ihrem Vortagesschluss.

BMW habe mit den Quartalszahlen gezeigt, dass sein Geschäft weniger zyklisch sei als viele Investoren fürchteten, sagte Fondsmanager Jason Forde von Main-Truist in Frakfurt. Auf Grund seiner gut ausgerichteten Produktpalette könne der Konzern hohe Margen auch dann erhalten, wenn sie bei Konkurrenten unter Druck gerieten.

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