Von Teamchef Todt bis Betreuer Singh
Schumachers wichtigste Helfer

Mehr als 800 Ferrari-Angestellte haben ihren Teil zu Michael Schumachers siebtem Formel-1-Weltmeistertitel beigetragen - vom Teamchef Todt bis zur Putzfrau. Die Scuderia hat schätzungsweise 350 Millionen Dollar, davon rund 75 Prozent von Sponsoren, in das WM-Projekt 2004 investiert.

HB SPA-FRANCORCHAMPS. Hier die Schlüsselfiguren des italienischen Traditionsteams und Schumachers engstes Umfeld vor:

Teamchef Jean Todt:
Der als glänzender Organisator bekannte Franzose hat nach seinem Amtsantritt am 1. Juli 1993 innerhalb weniger Jahre das Chaos in der Scuderia beendet und Ordnung im "Grande Casino" geschaffen. Durch die gezielte Verpflichtung bester Ingenieure und Techniker, die er teilweise von der Konkurrenz weglockte, baute Todt das effektivste und erfolgreichste Team auf. Der 60-Jährige versteht es, die Mannschaft trotz der großen Erfolge mit sechs Konstrukteurs- und fünf Fahrertiteln in Serie immer wieder neu zu motivieren.

Der größte Schachzug des 1,60 m kleinen Strategen mit dem Spitznamen "Napoleon" war die Millionen teure Verpflichtung Schumachers nach dessem zweiten Titelgewinn mit Benetton 1995. Auf Drängen seines Star-Piloten holte er von diesem Rennstall ein Jahr später zwei Schlüsselfiguren: Technik-Direktor Ross Brawn und Aerodynamiker Rory Byrne. Todt und Schumacher sind sehr gute Freunde und haben so etwas wie eine Vater-Sohn-Beziehung aufgebaut. Der Rheinländer rettete den Rennleiter 1998 nach der im Finale verlorenen WM vor dem Rauswurf. Längst ist Todt bei Ferrari unantastbar und stieg in diesem Frühjahr zum Generaldirektor auf.

Technischer Direktor Ross Brawn:
Der behäbig wirkende Brillenträger mit Dreitagebart gilt als das "Superhirn" in der Grand-Prix-Szene. Der Brite hat mit seinen ausgeklügelten Boxenstrategien und je nach Rennverlauf schnellen taktischen Änderungen entscheidenden Anteil an den Triumphen. "Ross kommen selbst unter höchster Anspannung und enormem Zeitdruck geniale Ideen", lobte Schumacher das Taktik-Genie. Der passionierte Rosenzüchter begann als Ingenieur in der Kernkraftforschung. Die Benetton-Boliden, mit denen Schumacher 1994 und 1995 Weltmeister wurde, hat Brawn konstruiert.

Chefdesigner Rory Byrne:
Der Südafrikaner gilt als Aerodynamik-Guru und zeichnet die roten Renner. Der heute 60-Jährige wollte eigentlich 1996 schon in Frührente gehen, ließ sich aber von Todt zum Weitermachen und Wechsel zu Ferrari überreden. Er hat - wie auch die Vorgängermodelle - den F2004 gezeichnet, der als bislang bester Ferrari gilt.

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