Von Techs und Banken belastet
Europäische Börsen schließen schwächer

Verluste der Technologie- und Bankenwerte haben die europäischen Börsen am Dienstag deutlich ins Minus rutschen lassen. Auslöser für die Abschläge der Technologiewerte war nach Händlerangaben die gesenkte Umsatzprognose des französischen Internetberaters Cap Gemini.

Reuters FRANKFURT. Der Konzern geht nach eigenen Angaben nun nur noch von einem Umsatz für 2001 von 9 Mrd. Euro aus statt der ursprünglich anvisierten 9,6 Mrd. Euro. "Die Warnung war deutlicher als erwartet", sagte Antonin Baudry, Analyst bei ETC in Paris. Die Bankenwerte wurden von der Gewinnwarnung der US-Investmentbank Merrill Lynch belastet. Am Mittag hatte das Bankhaus mitgeteilt, die Ergebnisprognosen der Analysten im zweiten Quartal zu verfehlen. Zudem sei der Ausblick beim Umsatz für das dritte Quartal schwach.

Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwochabend sprachen Händler aber von einem abwartenden Handel. Analysten erwarten, dass die Fed bei ihrer am Dienstag beginnenden zweitägigen Sitzung die Leitzinsen um mindestens 25 Basispunkte senken wird, um die weiter schwache Konjunktur zu stützen.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am frühen Abend mit 1,82 % im Minus bei 3 958 Zählern. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) fiel um 1,77 % auf 4 137 Zähler. Die US-Börsen verbuchten zur selben Zeit ebenfalls Abschläge. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,7 % auf 10 432 Punkte, der Technologie-Index Nasdaq gab um 1,2 % auf 2 026 Zähler nach.

London - Deutlich schwächer nach Gewinnwarnungen

Die Londoner Börse hat deutlich im Minus geschlossen. Der FTSE-Index schloss 1,9 % tiefer bei 5 555 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit elf Wochen. Der Index wurde Händlern zufolge vor allem von den Abschlägen bei Technologie- und Bankentiteln gedrückt. Nach der gesenkten Umsatzprognose des US-Chipherstellers Mirco Circuits vom Vortag verloren die Aktien des Wettbewerbers ARM Holdings 5,3 %. Bankentitel gehörten ebenfalls zu den Verlierern. HSBC schlossen mit einem Minus von 3,8 %, Barclays-Papiere verloren 4,1 %.

Zürich - Schließt im Minus - Banken schwächer

Die Schweizer Börse hat in der Verlustzone geschlossen. Der SMI-Index gab 1,35 % ab und notierte mit 7 067 Punkten. Die Papiere des Digital-TV-Ausrüsters Kudelski verloren mehr als 7 % und zählten damit zu den größten Indexverlierern. Auch die Bankenwerte gerieten unter Druck. UBS gaben um 2,3 % nach, die Aktien der CS Group verloren 2,8 %.

Paris - Von Cap Gemini stark belastet

Die Pariser Börse hat deutlich schwächer geschlossen. Der CAC 40-Index verlor 2,35 auf 5 090 Zähler. Im Mittelpunkt des Geschehens stünden die Papiere des Internetberaters Cap Gemini, nachdem der Konzern seine Umsatzprognose für 2001 zurückgenommen und Stellenstreichungen angekündigt hatte, sagten Händler. Die Titel des Unternehmens verloren daraufhin 23 % auf 85,20 Euro. Die Papiere des Unterhaltungselektronik-Konzerns Thomson Multimedia gaben knapp 8 % ab. Händler begründeten dies damit, dass die Deutsche Bank ihre Gewinnprognosen für die Firma gesenkt habe.

Mailand - Schwächer mit Montedison im Plus

Die Aktienwerte an der Mailänder Börse haben am Dienstag Kursverluste verbucht. Der Mib-30-Index gab um 1,23 % auf 36,359 Zähler nach. Vor der Fed-Zinsentscheidung am Mittwochabend sei der Handel weitgehend richtungslos, sagten Händler. Der Markt werde vor allem von Technologietiteln belastet. Einzig im Plus notierten die Aktien des Mischkonzerns Montedison, die um 3,91 % auf zulegten. Händler begründeten den geringen Zuschlag mit Marktspekulationen, eine Gruppe italienischer Industrieller sei an einer 13-prozentigen Beteiligung an Montedison interessiert.

Madrid - Von Schwergewicht Telefonica gedrückt

Die Madrider Börse hat dem europäischen Trend folgend schwächer geschlossen. Der Ibex 35-Index gab um 1,91 % nach auf 8 792 Punkte. Die Papiere von Indexschwergewicht Telefonica verloren 3,8 % auf 14,55 Euro. Der Titel wird nach Händlerangaben weiter von Anlegersorgen um das Engagement des Konzerns in Südamerika belastet. Analysten von Safei sehen wegen der anhaltenden konjunkturellen Unsicherheit kurzfristig keine Kurserholung.

Amsterdam - Schwächer mit Philips im Minus

Die Aktienwerte an der Amsterdamer Börse schlossen überwiegend im Minus. Der AEX-Index verlor rund 1 % auf 560,20 Punkte. Die Aktien des Unterhaltungselektronik-Konzerns Philips verloren 5,3 % auf 28,74 Euro, nachdem das Unternehmen die Einstellung seiner Handy-Produktion angekündigt hatte. Im europäischen Trend gaben Technologie-Titel ebenfalls deutlich nach. Die Papiere des Halbleiter-Produzenten ASM Lithography verloren 1,85 % auf 24,95 Euro.

Wien - Schließt kaum verändert

Die Börse hat kaum verändert geschlossen. Der ATX ging mit einem geringen Abschlag von 0,04 % bei 1 236 Punkten aus dem Handel. Die Aktien von VA Tech gewannen 2,4 % auf 39 Euro. Das Unternehmen hatte am Vortag den Verkauf des letzten Restes an VA Stahl-Aktien bekannt gegeben. VA Tech haben damit ihre ursprünglich 25-prozentige Beteiligung vollständig abgegeben. Die Aktien von VA Stahl schlossen 0,34 % fester bei 35,49 Euro.

Brüssel - Schließt im Minus

Die Börse in Brüssel hat mit leichten Verlusten geschlossen. Der Bel 20-Index verlor 0,2 % auf 2 834 Punkte. "Es ist ruhig. Jeder wartet auf die Fed-Entscheidung", sagte ein Händler. Die Papiere des Brauereikonzerns Interbrew verbuchten gegen den Markttrend Kursgewinne. Sie schlossen um 2,5 % fester bei 30,74 Euro. Einen speziellen Grund für diese Bewegung nannten Händler nicht.

Stockholm - Von Telekom-Titeln ins Minus gedrückt

Die Stockholmer Börse verzeichnete Kursverluste. Der OMX-Index fiel um rund 1 % auf auf 842 Zähler. Vor allem die Gewinnwarnung von Cap Gemini belastete Händlern zufolge die Technologie- und Telekomtitel. Die Aktien von Nokia gaben um mehr als 2 % nach. Indexschwergewicht Ericsson erholte sich von seinen Verlusten von rund 3 % und notierte kaum verändert bei 54 skr.

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