Von Thiel werden keine negativen Überraschungen erwartet
Logistik-Aktien leiden unter Marktschwäche

Von den Zahlen, die heute die Luxemburger Thiel Logistik AG in Frankfurt zum Halbjahr präsentiert, erwarten Analysten keine Enttäuschungen. Das Unternehmen dürfte bei einem Umsatz von 400 bis 415 Mill. Euro ein Ergebnis nach Zinsen und Steuern (Ebit) von etwa 26 bis 27 Mill. Euro ausweisen.

hof/Reuters FRANKFURT/M. Thiel ist der letzte der drei größeren Anbieter von Logistik am Neuen Markt, der seine Zwischenergebnisse präsentiert, nachdem in den Vortagen bereits D.Logistics und Microlog sich der Öffentlichkeit gestellt haben - mit unterschiedlichem Echo.

Alle drei Kandidaten haben damit im ersten Halbjahr ein respektables Wachstumstempo hingelegt, alle weisen auf Ebit-Basis schwarze Zahlen aus. Sie erfüllen damit zwei wesentliche Kriterien, die nach dem Ende der Euphorie am Neuen Markt wieder stärker ins Blickfeld gerückt sind. Dennoch konnten sich auch diese Aktien dem schwachen Marktumfeld nicht entziehen. So schwebte das Papier von D.Logistics nach einem fulminanten Aufstieg vor zwölf Monaten noch in Höhen von mehr als 100 Euro, heute ist es für weniger als 10 Euro zu haben. Bei Microlog fiel der Sturz von etwa 115 Euro auf nunmehr knapp 20 Euro ebenso moderater aus wie bei Thiel, die in diesem Zeitraum "nur" zwei Drittel ihres Wertes einbüßten.

Grund ist hauptsächlich die ehemals gravierende Überbewertung, die mittlerweile korrigiert sein dürfte, glauben die meisten Analysten. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen im einstelligen beziehungsweise niedrigen zweistelligen Bereich, sind Logistik-Papiere wieder interessant, da sich "die Branche besser als der Durchschnitt am Neuen Markt entwickeln wird" glaubt Analyst Klaus Linde vom bankenunabhängigen SES-Researchteam.

Aus diesem Grund steht bei ihm auch D.Logistics noch auf dem Urteil "Marketperformer", obwohl er die Kommunikationspolitik des Unternehmens kritisiert. Die Zahlen des ersten Halbjahres waren seiner Meinung nach gar nicht so schlecht, auch wenn die Erträge durch hohe Integrationskosten belastet seien, die ein Erreichen der Jahresprognosen unwahrscheinlich erscheinen ließen, meint der Logistik-Experte.

D.Logistics selbst hatte eingeräumt, dass bei einer weiteren Verschlechterung der US-Konjunktur das hoch gesteckte Jahresziel in Gefahr sein könnte. Das Bankhaus Merck, Finck & Co reagierte darauf mit einer Zurückstufung des Wertes von "Kaufen" auf "Halten" und auch Hypo-Vereinsbank-Analyst Markus Hesse zeigte sich weiter skeptisch. Optimistischer sind die Analysten für Thiel. "Dass die Jahreszahlen erreicht werden, steht außer Zweifel", glaubt Linde, für den die Aktie als "Outperformer" gilt.

Auch die Reaktion auf die Microlog-Zahlen war positiv. Die HypoVereinsbank setzte den Titel von "Neutral" auf "Buy". Microlog hatte für das erste Halbjahr bei einem Umsatz von 83,2 Mill. Euro ein Ebit von 2,8 Mill. Euro ausgewiesen und lag damit in der Planung.

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