Von Verkaufsdruck keine Spur
Dax kommt nur zögerlich voran

Bis auf die Bombendrohung gab es gestern wenig Gesprächsstoff auf dem Parkett der Frankfurter Börse. Zulegen konnten Allianz, Adidas, BASF und Infineon. Siemens zählten trotz überzeugender Quartalszahlen zu den Kursverlierern. Druck verspürten auch die Aktien von Epcos und der Deutschen Telekom.

FRANKFURT/M. Im Aktienhandel an der Frankfurter Börse drehten sich die Diskussionen am Donnerstag zeitweise mehr um die Bombendrohung als um das aktuelle Marktgeschehen. Zumindest eine Kursexplosion dürften sich die meisten Händler gewünscht haben, nachdem der Tag vor allem dadurch geprägt war, dass es kaum Kursbewegung gab. Für den eigentlichen Handel spielte die Bombendrohung und die Aussetzung des Parketthandels für knapp zwei Stunden keine größere Rolle. Der Computerhandel Xetra lief weiter. Dort werde inzwischen mit 85 % der größte Teil des Umsatzes abgewickelt, teilte Börsensprecher Walter Allwicher mit.

Händler berichteten von einem extrem ruhigen Handelsverlauf mit geringen Umsätzen. Daran änderte auch die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) nichts, den Leitzins im Euro-Land nicht zu senken. "Wir hatten nichts anderes erwartet, deshalb gab es auch für den Handel keinerlei Impulse", sagte Alfred Kaiser vom Research des Börsenmaklers Fritz Nols.

Große Käufer fehlen nach wie vor

Zum Handelsschluss lag der Deutsche Aktienindex (Dax) bei rund 6 133 Zählern um etwa 0,3 % höher. Als Grund für die recht verhaltene Entwicklung wurde vor allem das geringe Vertrauen institutioneller Anleger in den Markt gesehen. "Das geht jetzt schon seit Wochen so. Wir gehen zwei Schritte vor und drei zurück", sagte ein Händler. "Große Käufer fehlen nach wie vor, allerdings gibt es am Markt auch keinen starken Verkaufsdruck", ergänzte Michael Foeller, Händler bei Concord Effekten. Einzelne Fondsmanager überlegten offenbar, wieder einzusteigen, um bei steigenden Kursen nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. So richtig schienen sie sich zu diesem Schritt aber noch nicht durchringen zu können, fügte er hinzu.

Zu den Kursverlierern gehörten die Aktien von Siemens und Deutsche Telekom. Siemens hatte am Vormittag zwar gute Zahlen präsentiert, sich jedoch geweigert, einen Ausblick auf das zweite Halbjahr zu geben. Dies führte bei Analysten und Händlern zu Verstimmungen. Im Schatten der Siemens-Aktien gaben auch die Papiere des Herstellers für elektronische Bauelemente, Epcos, nach. Siemens hatte erklärt, dass beim Mobilfunkbau alle Hersteller Anpassungen nach unten vornehmen müssten. Anleger fürchteten daraufhin, dass dies auch die Siemens-Tochter Epcos betreffen werde. Einen positiven Einfluss hatte die Siemens-Bilanzpressekonferenz auf den Aktienkurs des Halbleiterherstellers Infineon, ebenfalls eine Tochter des Konzerns. Der Großaktionär hatte angekündigt, die Infineon-Beteiligung marktschonend verkaufen zu wollen.

Telekom-Papiere in Voicestream-Aktien getauscht

Zu den Abschlägen bei der T-Aktie hieß es, die Gerichtsentscheidung, dass die Telekom auch Mitbewerbern die "goldene letzte Meile" zum Kunden öffnen muss, habe für Druck gesorgt. Außerdem hätten viele Investoren Telekom-Papiere in Voicestream-Aktien getauscht, nachdem die Übernahme des US-Mobilfunkanbieters in trockenen Tüchern scheint, so Händler.

Die Quartalszahlen von BASF waren Händlern zufolge wie erwartet ausgefallen. Dadurch habe sich der Titel von seinen Vortagsabschlägen deutlich erholen können. Der MDax stieg um 0,2 %. Keine klare Tendenz zeigte sich zur Kasse bei den Regionalbörsen. Während Berlin und Stuttgart uneinheitlich schlossen, verzeichneten die Kurse in Düsseldorf kaum Veränderungen. Abschläge gab es in Hamburg und Bremen, zulegen konnten Hannover und München.

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