Von wegen unterentwickltes Land
Griechenland zeigt seine vielen Seiten

Griechenland hat keineswegs nur Ouzo und Gyros zu bieten. Der Ausrichter der Olympischen Spiele überzeugt mit Gastfreundschaft, großer Geschichte und südländischer Mentalität. Wer an ein unterentwickeltes Land denkt, wird sich wundern.

HB DÜSSELDORF. Griechenland bietet viele Seiten. Nicht von ungefähr ist das Mittelmeerland das favorisierte Reiseziel vieler Touristen. Sowohl Strandurlauber als auch Kulturinteressierte werden in Griechenland fündig. Denn die Halbinsel gilt als die Wiege der westlichen Zivilisation. Am südöstlichen Rand des europäischen Kontinents hatte die Demokratie ihren Ursprung. Kunst und Architektur der alten Griechen setzen bis heute ästhetische Maßstäbe, Schüler werden noch immer mit den 2300 Jahre alten Erkenntnissen des Aristoteles konfrontiert. Auch die olympische Idee wurde im antiken "Hellas" geboren, das die Römer "Graecia" nannten.

Am Strand herrschen derweil strahlende Mittelmeersonne, tiefblaues Meer und weiß gestrichene Häuser. Eine endlose Gebirgslandschaft mit dem Sagen umwobenen Olymp, die Inselwelt des Ägäis-Archipels und des Ionischen Meeres, eine Großstadt mit großem historischen Gewicht. Elf Millionen Einwohner mit der Mentalität, das Heute zu genießen und selten langfristig zu planen. Das ist Griechenland, das Ursprungsland der Olympischen Spiele.

Das heutige Griechenland misst 132 000 Quadratkilometer, nur gut ein Drittel der Fläche Deutschlands. Ein Fünftel des Landes entfällt auf die mehr als 2000 meist unbewohnten Inseln im Ägäischen und Ionischen Meer. Höchste Erhebung ist mit über 2900 Metern der Olymp, der griechischen Mythologie nach Sitz der Götter. In und um Athen, Hauptstadt und Wirtschaftszentrum der Republik, leben fast 40 Prozent der 10,7 Millionen Griechen. Staatspräsident ist Konstantinos Stefanopoulos. Ministerpräsident ist Kostas Karamanlis, Vorsitzender der konservativen Nea Dimokratia (ND). Seit 1981 gehört Griechenland der Europäischen Union an. Dennoch ist der Lebensstandard ist im Vergleich zu anderen EU-Staaten relativ niedrig, das Pro-Kopf-Einkommen liegt ein Drittel unter dem Deutschlands. Eine der wichtigsten Wirtschaftsbranchen ist der Tourismus. Im vorletzten Jahr besuchten rund 14 Millionen Gäste aus aller Welt die Zeugnisse der Antike und die 15 000 Kilometer langen sonnigen Strände, darunter allein 2,3 Millionen Deutsche.

Wer jedoch beim Namen Griechenland an ein unterentwickeltes Land denkt, wird sich wundern. Die Griechen sind selbstbewusst geworden, sie fühlen sich immer sicherer im von Krisen erschütterten äußersten Südosten Europas. In der Rangliste des Wohlstands ist das Land in den vergangenen 40 Jahren von Platz 65 auf Platz 13 geklettert. Es verfügt über eine der größten Handelsflotten der Welt. Sein Tourismus hat trotz einiger Schwankungen wegen der international ungünstigen Lage gute Aussichten. Niemand wandert mehr aus. Im Gegenteil: Viele Auslandsgriechen kehren nach Jahrzehnten wieder heim. Und rund eine Million Einwanderer aus aller Herren Länder haben im einzigen EU-Land Südosteuropas in den vergangenen zehn Jahren einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden.

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