Von Zuwächsen profitieren Warenhäuser und Discounter
Fotoindustrie rechnet mit Rekordabsatz bei Kameras

Die Jagd nach Schnäppchen allerdings auch. Daher gibt es im deutschen Fotomarkt derzeit eine divergierende Entwicklung. Denn Großanbieter, wie Drogerien, Warenhäuser und Discounter auf der grünen Wiese graben den kleinen Fotofachgeschäften zunehmend das Wasser ab.

lü KÖLN. Dass die Industrie von diesem Strukturwandel auf der Vertriebsseite eher profitiert, zeigen die Prognosen der Branche. So erwartet Dieter Werkhausen, Vorsitzender des Photoindustrie-Verbandes für 2002 ein Wachstum des gesamten Fotomarktes von 7 % auf rund 8 Mrd. Euro. Getragen werde dieses Plus vor allem von Digitalkameras sowie Inkjet-Papieren, Farbpatronen, Speicherkarten und anderen Zubehörprodukten. Insgesamt würden rund 5,4 Millionen Kameras in diesem Jahr abgesetzt, davon allein 2,4 Millionen Digital-Modelle, sagte Werkhausen anlässlich eines Pressegesprächs im Vorfeld der Messe Photokina in Köln. Im Schlepptau des Booms bei Digitalkameras ziehe nicht nur der Verkauf von Speicherkarten an. Auch das Geschäft mit Bildern profitiere von dieser Entwicklung. "Wir spüren die positiven Einflüsse auf das Geschäft mit Colorpapierbildern, die in Groß- und Minilaboren geprintet werden, freut sich Werkhausen.

Im Foto-Facheinzelhandel gibt man sich deutlich verhaltener. Zwar hoffen die Händler, auch vom Digital-Boom in Kooperation mit den Laboren profitieren zu können. Insgesamt bekomme der Handel jedoch die allgemeine Kaufzurückhaltung zu spüren, berichtet der Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT). So müssen die Fachgeschäfte nach ersten Berechnungen in diesem Jahr Umsatzrückgänge zwischen 5 und 8 % hinnehmen, berichtet BVT-Geschäftsführer Willy Fischl. Entsprechend angespannt sei auch die Ertragssituation. Im rund 4,1 Mrd. Euro großen Teilmarkt für Amateurfotoprodukte halten die Fachgeschäfte derzeit noch einen Anteil von 42 % - nach Ansicht von Experten allerdings mit sinkender Tendenz. Denn das von den Herstellern erwartete Plus kommt primär anderen Vertriebswegen, wie Drogerien, SB-Warenhäusern und anderen Verbrauchermärkten auf der grünen Wiese zugute.

Fachhandel will in Zukunftstechnologien investieren

Damit nicht noch mehr Marktanteile abbröckeln, will der Fachhandel kräftig in Zukunftstechnologie investieren. So würden sich immer mehr Händler digitale Minilabore zulegen, berichtet Fischel. Damit sei der Fachhandel in der Lage, hochwertige analoge und digitale Direktausdrucke in Eigenregie anzufertigen. Bei vielen Fachhändlern könne der Konsument zudem seine Bildaufträge online aufgeben.

Zudem profitiere der Handel vom zunehmenden Internet-Geschäft der Finisher. In diesem Bereich bieten Online-Print-Anbieter, wie Agfa, Kodak und Fuji (Order.Net) oder Pixelnet ihre Dienste an. Die digital aufgenommenen Fotos werden als Datei per E-Mail zum Online-Dienstleister geschickt, der sie als Abzug auf Fotopapier zurücksendet. Der Fachhandel sei an diesem Geschäft maßgeblich beteiligt. So würden rund 80 % der Kunden, die Printaufträge über das Internet einsenden, ihre Bilder anschließend im Fachhandel abholen, erklärte der BVT-Chef

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Konkurrenzkampf ist groß

Viel zu verdienen ist derzeit allerdings im Bildergeschäft nicht. Denn der Konkurrenzkampf zwischen den Anbietern ist groß. So gehen Großvertriebsformen des Handels, wie Drogerie- und Lebensmittelmärkte, bei Fotoarbeiten inzwischen bis auf 4 Cent pro Bild im Format 9x13 herunter. Dies drückt die Renditen. Das Branchenfachblattes Color Foto geht sogar davon aus, dass unter 20 Cent pro Bild die Finisher "eigentlich nichts verdienen können".

Hersteller und Handel hoffen, dass die am 25. September in Köln beginnende Fachmesse Photokina einen zusätzlichen Schub für das Weihnachtsgeschäft bringt. Die Schau mit 1 550 Ausstellern aus 46 Ländern gilt als Wachstumsindikator der gesamten Foto-Branche.

Quelle: Handelsblatt

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