Vor 250 Prominenten: Deutscher Medienpreis für Rudolph Giuliani

Vor 250 Prominenten
Deutscher Medienpreis für Rudolph Giuliani

Der frühere Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani, ist in Baden-Baden mit dem Deutschen Medienpreis geehrt worden.

dpa BADEN-BADEN. "Für seine Tatkraft, seinen Mut und sein unerschütterliches Mitgefühl, die ihn nach den Terror-Angriffen auf das World Trade Center am 11. September 2001 zur herausragenden Persönlichkeit machten", hieß es in der Begründung. Rund 250 Prominente aus Wirtschaft, Kultur, Sport und Politik kamen zur Preisverleihung am Samstagabend ins Badische.

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hob "den Mut, die Entschlossenheit und die Zuversicht" Giulianis im Kampf gegen Kriminalität und Terrorismus hervor. Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, Thomas Middelhoff, nannte ihn das "Sprachrohr einer ganzen Nation": "Sie haben allen, die nicht wussten, wie es weiter gehen sollte, Orientierung gegeben." Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) schrieb aus Berlin, Giuliani sei mit seinem aufopferungsvollen Einsatz ein "Vorbild für jeden Politiker". Schröder war im Jahr zuvor mit der Ehrung bedacht worden.

Zuvor hatte Giuliani bereits eine ganz besondere Auszeichnung erhalten: Von Königin Elizabeth II. war er zum "Ehrenritter" ("Knight of the British Empire") geschlagen worden. Giuliani bedankte sich in Baden-Baden für die deutsche Anteilnahme nach den Terroranschlägen. Den Medienpreis nehme er stellvertretend für die gesamte New Yorker Bevölkerung entgegen, sagte er. Am "schlimmsten Tag in der Geschichte der USA" sei es sehr wichtig gewesen, dass die Bürger ein weltweites Echo der Solidarität und Anteilnahme gespürt hätten.

In einer Aufzeichnung zu einem "Johannes B. Kerner-Spezial" am Sonntag im ZDF erzählte der Politiker, er habe beim Frühstück erfahren, dass es in einem der Türme einen Brand gebe. "In einem solchen Augenblick unterdrückt man alles." Als der Chef der Feuerwehr ihm sagte: "Unterhalb des Feuers können wir die Leute retten", da sei ihm klar geworden, dass alle Menschen oberhalb des Einschlags in den Zwillingstürmen sterben müssten. "Gefühle darf man nicht unbegrenzt durchlassen.(...)Hier und da bei einer Beerdigung habe ich eine Träne gespürt, wenn ein Feuerwehrmann und ein Polizist beerdigt wurden. Aber wenn es darum ging, Gefühle auszudrücken, bin ich ins Bad gegangen und habe dort geweint. Danach habe ich mich besser gefühlt."

Strahlkraft verloren

Trotz der prominenten Gäste scheint der "Deutsche Medienpreis" aber seine Strahlkraft verloren zu haben. Zwar schritten auch am Samstag wieder jede Menge Stars und Sternchen den roten Teppich entlang. Es habe jedoch auch jede Menge Absagen gegeben. Ex- Tennisstar Boris Becker sagte bereits zum zweiten Mal ab, auch Top- Model Heidi Klum kam nicht. So blieb die Gästeliste deutlich weniger illuster als noch im Vorjahr, als zur Ehrung von Bundeskanzler Gerhard Schröder sogar die ehemaligen Präsidenten der USA und Südafrikas, Bill Clinton (Preisträger 1999) und Nelson Mandela (1998), in die Kurstadt kamen.

Dem Ruf von Media-Control-Chef und Medienpreis-Erfinder Karlheinz Kögel waren in diesem Jahr TV-Talkerin Sabine Christiansen und Ex- SPD-Chef Oskar Lafontaine gefolgt. Sat1-Chef Fred Kogel kam mit Schauspielerin Jasmina Filali, Musiker Marius Müller-Westernhagen mit orangefarbener Brille und TV-Multitalent Günther Jauch nutzte die Gelegenheit, um Spekulationen auszuräumen, er könne demnächst auch die trudelnde ZDF-Show "Wetten, dass..." retten: "Thomas Gottschalk ist der mit Abstand geeignetste für diese Show."

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