Vor allem Autos wurden billiger
US-Erzeugerpreise überraschend gefallen

Die Erzeugerpreise in den USA sind im Juli überraschend gesunken. Nach Einschätzung von Analysten ist damit der Inflationsdruck in den USA zwar gering.

Reuters WASHINGTON. Eine baldige Zinssenkung halten die meisten Analysten aber dennoch für wenig wahrscheinlich.

Die Erzeugerpreise sanken um 0,2 Prozent zum Vormonat nach einem Plus von 0,1 Prozent im Juni, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. In der Kernrate ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel verringerten sich die Preise um 0,3 Prozent. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Anstieg der Preise um 0,1 Prozent und einen unveränderten Stand der Kernrate vorausgesagt.

Die Preise gingen vor allem wegen der Verbilligung von Autos zurück, die rund anderthalb Prozent weniger kosteten. Ohne diesen Einfluss wären die Erzeugerpreise unverändert gewesen.

Der Rückgang der Erzeugerpreise verschaffe der Fed Spielraum, den Leitzins noch länger auf dem 40-Jahres-Tief von 1,75 Prozent zu belassen oder die Zinsen bei einem Einbruch der US-Konjunktur zu senken, sagten Volkswirte. Schwache Konjunkturdaten hatten in den vergangenen Wochen die Furcht vor einem Rückfall in die Rezession wachsen lassen. An den Finanzmärkten wird deshalb bereits über Zinssenkungen spekuliert. Über die Auswirkungen eines solchen Schrittes gibt es aber unterschiedliche Einschätzungen.

"Die Fed muss sich über Inflation keine Sorgen machen, aber ob sie etwas unternimmt, ist fraglich", sagte Paul Cherney von Standard & Poor's in New York. Der Chefvolkswirt von Ideaglobal, John Herrmann, sieht in den Daten ein Zeichen für Deflationsgefahren. Die Unternehmen hätten wenig Spielraum für Preiserhöhungen, dies werde die Gewinne im dritten Quartal belasten. Die schlechte Lage am Arbeitsmarkt lasse außerdem erwarten, dass sich der private Konsum im dritten Quartal abschwächen könnte. Mit derart geringem Preisdruck könne die Notenbank der Arbeitsmarktentwicklung mehr Aufmerksamkeit schenken.

Der Offenmarktausschuss der Fed (FOMC) wird am nächsten Dienstag über die Leitzinsen beraten. Die meisten Analysten und Händler rechnen zwar nicht mit einer neuerlichen Zinssenkung, schließen sie aber auch nicht völlig aus. Von 21 befragten Primärhändlern von Staatsanleihen sagten vier eine Zinssenkung noch in diesem Jahr vorher. Der US-Leitzins ist derzeit mit 1,75 Prozent auf dem niedrigsten Niveau seit 40 Jahren. Die Fed hatte die Zinsen im vergangenen Jahr wegen des Konjunkturabschwungs elf Mal um insgesamt 4,75 Prozentpunkte gesenkt.

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