Vor allem die großen Hersteller mussten Einbußen hinnehmen
Pkw-Markt in Westeuropa eingebrochen

Auf dem westeuropäschen Pkw-Markt ist weiterhin keine Erholung in Sicht. In nahezu allen Ländern verzeichneten die Neuzulassungen eine rückläufige Entwicklung, geht aus der am Donnerstag vorgelegten neuesten Statistik des Verbandes der europäischen Automobilhersteller (ACEA) hervor.

vwd HAMBURG/BRÜSSEL. Allein in Deutschland fiel die Zahl der neu in den Verkehr gebrachten Fahrzeuge um 14 % auf 284.000 Einheiten. Die Neuzulassungen in Westeuropa gingen um 8,0 % gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Analysten hatten hier lediglich mit einem Minus von sieben % gerechnet.

Die Kurse der deutschen Automobilwerte schnitten bis zum Mittag schlechter als der Dax ab, VW fielen sogar um 1,1 % auf 54,55 ?. Vor allem die großen Massenhersteller mussten deutliche Einbußen bei den Marktanteilen hinnehmen. Der VW-Konzern kam nur noch auf einen Anteil von 18,1 (19,0) % in den ersten fünf Monaten, die Fiat-Gruppe erreichte nur noch 8,8 (10,4) % und die GM-Gruppe 9,9 (11,1) %. Dagegen setzte der PSA-Konzern seine Aufholjagd weiter fort und erreichte den Angaben zufolge einen Marktanteil von 14,9 (13,8) %.

Auch die japanischen Pkw wurden stärker nachgefragt: Diese erhöhten ihren Anteil auf 11,2 (10,5) %, wobei vor allem Toyota mit 4,4 (3,7) % voranschritt. Neben dem in Europa größten Markt in Deutschland schwächelten die Neuzulassungen vor allem auch in Griechenland (minus 18,7 %) und in Belgien (minus 11,0 %). Auch in den beiden anderen großen Automärkten Italien und Frankreich gingen die Zulassungen um elf bzw. 8,6 % zurück. Lediglich der britische Pkw-Markt erzielte wie schon in den Vormonaten ein Plus, diesmal von 5,1 %.

Innerhalb der Eurozone wurden nur in Finnland mit 11,5 % mehr neue Pkw zugelassen als im Mai des Vorjahres. Die insgesamt deutlich rückläufige Tendenz lässt sich laut Acea nur teilweise mit den Feiertagen im Mai erklären. Vielmehr reflektiere sie die Stagnation des Marktes und die nur langsame gesamtwirtschaftliche Erholung.

Ein Analyst von UBS Warburg betont, man könne die Streiks in der Metallindustrie für die schlechten Zahlen nicht verantwortlich machen, da es einen Zeitabstand zwischen Produktion und Absatz gebe. Vielmehr sei der Markt schwach. Der Analyst sieht für das Gesamtjahr einen Rückgang in West?opa von 4 bis 5 %. Diese Schätzung könne nach unten revidiert werden, wenn sich der Markt in den kommenden Monaten nicht erhole. Nach Auskunft von HVB-Analyst Georg Stürzer war diese Abschwächung erwartet worden, da es neben den Streiks im Mai zwei Arbeitstage weniger gab. Dennoch zeigten die Zahlen, dass sich die Automobilbranche noch nicht erhole, insbesondere da das erste Halbjahr generell stärker sei als das zweite.

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