Vor allem die Türkei soll bald aufgenommen werden
USA wollen rasche EU-Erweiterung

Der US-Regierung kann es mit der Erweiterung und dem Zusammenwachsen Europas gar nicht schnell genug gehen. Vor allem die Türkei müsse bald EU-Mitglied werden, drängelte mehrfach US-Außenminister Colin Powell.

HB WASHINGTON. Mit der Integration treuer US-Verbündeter wie Polen oder Ungarn spekuliert Washington wohl auch auf den pro-amerikanischen Einfluss in Europa, wo viele Staaten nicht nur wegen des Irak-Kriegs zunehmend auf Distanz zu den USA gehen.

"Es ist ein Missverständnis, wenn manche glauben, die neuen Mitgliedsländer wurden als Art trojanisches Pferd der USA fungieren und unsere Interessen wahrnehmen", betonte der Staatssekretär im US- Außenministerium, Charles Ries. Vor einem Jahr allerdings gab es genau die Konfrontation zwischen dem "alten" und "neuen" Europa, wie US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ironisch zwischen Gegnern und Befürwortern des Irak-Kriegs unterschied. Mit Ungarn, Polen, Tschechien und den baltischen Staaten wächst die Schar der besonders engen US-Verbündeten in der EU wie Großbritannien oder den Niederlanden.

Die Erweiterung zum 1. Mai wird in Washington vorbehaltlos begrüßt. Am wichtigsten für die USA aber wäre eine möglichst rasche Integration der Türkei. Sonst wird befürchtet, "dass Extremisten und islamische Fundamentalisten an Einfluss gewinnen", erläutert der Direktor des Atlantischen Rats der USA, der Wissenschaftler Helmut Sonnenfeldt von der Johns Hopkins Universität. "Es wäre sehr weise von den Europäern, die Türkei nicht zu isolieren", betont er.

Die Türkei soll nach US-Vorstellungen als demokratisches Modell in der islamischen Welt und als westliches Bollwerk an der Nahtstelle zwischen Europa und dem unruhigen, unberechenbaren Nahen und Mittleren Osten dienen. Dazu wäre eine EU-Mitgliedschaft, heiß ersehnt auch von Ankara, aus US-Sicht ein wichtiges Bindemittel.

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