Vor allem kleine Unternehmen halten sich zurück
Westdeutsche Industrie kürzt Investitionen um 2 %

Die westdeutsche Industrie wird einer Erhebung des Münchener ifo Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge im laufenden Jahr ihre Investitionen nominal wie auch real um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr kürzen.

vwd MÜNCHEN. Rund 35 % der insgesamt knapp 1 900 befragten Unternehmen hätten für dieses Jahr nach dem derzeitigen Planungsstand einen Investitionsrückgang vorgesehen, schreibt das Institut im jüngsten ifo Schnelldienst. 2001 hatte die westdeutsche Industrie ihre Investitionen noch um knapp zwei Prozent angehoben.

Vor allem kleinere Unternehmen planen den Angaben zufolge Kürzungen. Große Unternehmen mit mehr als 1 000 Beschäftigten beabsichtigten zwar, eher etwas mehr zu investieren, jedoch seien auch dort keine starken Zuwächse veranschlagt. Bei der Betrachtung der Branchen sei im laufenden Jahr lediglich im Bergbau eine Aufstockung der Investitionen von rund drei Prozent vorgesehen, während in den anderen Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes mit einem Rückgang gerechnet wird.

Vorrangiges Investitionsmotiv seien wie auch im Vorjahr Kapazitätserweiterungen. 54 (2001: 53) % der befragten Unternehmen geben dies als Grund für ihre Investitionen an. Allerdings sei zu beobachten, dass die Gesellschaften weniger die Kapazitäten ihres bestehenden Produktionsprogramms ausbauen wollen, als vielmehr im Zuge einer Änderung bzw Ausweitung ihrer Produktpalette ihre Kapazitäten erweitern. Vor allem für die chemische Industrie, die Luft- und Raumfahrt und den Straßenfahrzeugbau haben der Erhebung zufolge derartige Erweiterungsinvestitionen Bedeutung.

Rationalisierungsmaßnahmen werden von 23 (2001: 22) % der Unternehmen als Anlass für Investitionen angegeben, vor allem aus der eisenschaffenden Industrie, der Feinkeramik, EDV-Geräte-Produktion, Papierverarbeitung, Druckindustrie und dem Ledergewerbe. Knapp ein Viertel der Unternehmen, darunter aus der Mineralölverarbeitung, der Nicht-Eisen-Metallerzeugung und der Kautschukverarbeitung, investiert 2002 in den Ersatz veralteter Anlagen.

Im Verarbeitenden Gewerbe Ostdeutschlands dürften die Investitionen 2002 nach vorläufigen Daten um knapp 4 % steigen. Für die deutsche Industrie ergäbe sich somit insgesamt ein Investitionsrückgang von einem Prozent.

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